Waldwirtschaft cover

Waldwirtschaft

Letzte Aktualisierung: 22.11.2021

Zusammenfassung

Die Ziele der Waldwirtschaft sind nicht nur die Rohstofferzeugung, sondern zunehmend auch die Erhaltung von Wäldern als Erholungsraum, Schutzgebiet und ökologische Variable. Die wichtigste Betriebsart des Waldes ist der Hochwald. Da die klassische Hochwaldwirtschaft ihre Limitationen hat, geht man zunehmend zu einem naturnahen Waldbau. In diesem werden Bäume mit dem Erreichen eines Zieldurchmessers gefällt. Außerdem wird großräumig auf Naturverjüngungen gesetzt. Während Fichten teilweise nach „nur“ 80 Jahren erntereif sind, brauchen Eichen bis zu 300 Jahre, um die gewünschte Zielstärke zu erreichen.


Hochwald

Allgemeines

  • Hochwald entsteht durch Naturverjüngung, Saat oder Pflanzung (Kernwüchse).
  • Es ist die wichtigste Waldbetriebsart.
  • Funktion: Nutzholzgewinnung
Hochwald

Klassische Hochwaldwirtschaft

  • Flächiges Ernten (Kahlschlagwirtschaft)
  • Flächige Neuanpflanzung (Altersklassenwälder)
  • Problem: Hoher Aufwand zur Bekämpfung von Konkurrenten der Forstpflanzen
Künstliche Verjüngung

Naturnaher Waldbau

  • Ziel ist eine standortgemäße Bestockung mit unterschiedlichen Baumarten und durchmischter Altersstruktur
  • Naturverjüngung sorgt für vielschichtige Bestände
  • Entwicklung aus ungünstiger Kostenstruktur der klassischen Hochwaldwirtschaft
  • Voraussetzung ist ein angepasster Schalenwildbestand
  • Zielstärkennutzung: Ernte einzelner Bäume nach Erreichen des Zieldurchmessers
  • Plenterwald: Mischwald mit Bäumen aller Altersklassen beieinander
    • Vermeidung von Kahlschlägen

Naturnaher Wald

Naturwälder

  • Keine forstliche Bewirtschaftung und Holzentnahme
    • Kediglich notwendige Maßnahmen zum Forstschutz und zur Verkehrssicherung
  • Dienen der Erhaltung und Erforschung dieser Art von Wald

Paneuropäische Forstzertifizierung (PEFC)

  • Institution zur Sicherstellung und Vermarktung nachhaltiger Waldbewirtschaftung
  • Voraussetzung zur Zertifizierung ist unter anderem das Wildtiermanagement
    • Schalenwildbestand muss eine Verjüngung von standortgerechten Mischwäldern ermöglichen

Mittelwald


Niederwald


Bewirtschaftung

Umtriebszeiten

  • Definition: durchschnittliche Zeit zwischen Verjüngung und Ernte der verschiedenen Baumarten
  • Pappeln wachsen am schnellsten
  • Energiewälder haben sehr kurze Umtriebszeiten
  • Z-Baum = Zukunftsbaum

Beispiele

BaumartUmtriebszeit
Pappel30 bis 50 Jahre
Birke60 bis 80 Jahre
Fichte80 bis 140 Jahre
Esche100 bis 140 Jahre
Kiefer80 bis 180 Jahre
Tanne120 bis 160 Jahre
Buche120 bis 160 Jahre
Eiche180 bis 300 Jahre

Bestockung

  • Bezeichnung für den Baumbestand einer Fläche
  • Bestockungsaufbau: Struktur und Stufigkeit eines Baumbestandes
  • Ein Baumbestand, der die Leistungsfähigkeit des Standortes optimal nutzt und erhält, ist standortgemäß bestockt.

Endnutzungsformen

  1. Kahlschlag: vollständige Abholzung im Altersklassenwald
  2. Schirmschlag: Abholzung unter Belassung von Samenbäumen im Altersklassenwald
  3. Saumschlag: Abholzung im Kahlschlag in schmalen Streifen im Altersklassenwald
  4. Femelschlag: Kombination aus kleinflächigem Kahlschlag und Schirmschlag im Plenterwald
  5. Plenterschlag: Baumentnahme abhängig vom Erreichen der Zielstärke (Einzelstammnutzung)

Holzernte

  • Fällen, Entasten, Entrinden, Ablängen (Zuschneiden)
  • Stammholz besteht aus langen Baumstämmen
  • Wertholz sind hochwertige Teile des Stamms
  • Hiebsatz darf bei nachhaltiger Forstwirtschaft nicht größer sein als der Zuwachs
  • Festmeter: 1 m reines gestapeltes Holz ohne Hohlräume
    • Maßeinheit beim Holzverkauf

Hiebsatz Kiefern