Der Waldbau ist die Kunst, Wälder standortgerecht und nachhaltig zu bewirtschaften und ihre Anpassungsfähigkeit zu sichern. Ein Wald ist mehr als eine Ansammlung von Bäumen: Sein Innenklima formt eigene Ökosysteme mit besonderer Bedeutung für Wildtiere. Den rechtlichen Rahmen setzen Bundes- und Landeswaldgesetze; der Wald erfüllt drei Hauptfunktionen, gut zu merken mit Nutz-Schutz-Erholung. Die Hauptbaumart eines Bestandes ist zudem für die Ersatzpflicht von Wildschäden relevant.
⚖️ Rechtsgrundlage
- Bundeswaldgesetz (und die Landeswaldgesetze)
- Gesetzeszweck: "Nutzen, Fördern, Ausgleichen."
- Nutzen sichern (Umwelt, Landschaft, Erholung, Wirtschaft)
- Forstwirtschaft fördern.
- Interessen zwischen Allgemeinheit und Waldbesitzern ausgleichen
- Lieferant von nachhaltigen Rohstoffen
- Sicherung essenzieller Lebensgrundlagen (sauberes Wasser)
- Schutz vor Naturgefahren und Emissionen (z.B. Kohlenstoffspeicher)
- Wichtiger Lebensraum für Tiere und Pflanzen
- Erholungsgebiet und Arbeitsplatz für Menschen
MerkeIn Zeiten des Klimawandels müssen Wälder so bewirtschaftet werden, dass ihre Anpassungsfähigkeit und ihr Fortbestand gesichert ist.
Eigentumsart
- Umbau von Monokulturen zu gesundem Mischwald
- Auflichtung von Altbeständen, um Naturverjüngung zu fördern
- Voranbau: Pflanzen junger Bäume unter dem Kronendach des Waldes
- Schattenbäume (z. B. Tanne, Buche)
- Pflanzung von jungen Bäumen aus Baumschulen oder Wildlingen
- Heister: Junge Bäume aus Baumschulen mit 1,25 m bis 2,5 m Höhe, welche in der Forstwirtschaft zur Waldverjüngung verwendet werden.
- Wildlinge: Bäume aus Naturverjüngungen, die umgesetzt werden
- Ausfüllen von Bestandslücken
- Übergang zweier Ökosysteme (Wald und Feld)
- Wertvoller Lebensraum für Tier- und Pflanzenarten
- Große Pflanzenvielfalt
- Vögel als Samenverbreiter
- Naturnahe Waldränder sind stufig aufgebaut:
- Biotopnutzen
- Unterscheidung zwischen natürlicher und künstlicher Waldverjüngung
- Bei nachhaltigem Waldbau darf die Entnahme nicht den Zuwachs übersteigen.
- Stockausschlag durch Abschneiden von Laubbäumen am Boden („auf den Stock setzen“)
Naturverjüngung ist die natürliche Vermehrung von Bäumen durch ihre Samen.
- Mechanismen:
- Aufschlag: Schwere Samen (z. B. Buche, Eiche) fallen direkt auf den Boden.
- Anflug: Leichte Samen (z. B. Birke, Weide) werden vom Wind verteilt.
- Tiere: Eichhörnchen oder Eichelhäher lagern, vergessen oder verbreiten die Samen durch ihren Kot (Hähersaat).
- Vorteile:
- Keine Pflanz- oder Kulturkosten.
- Gute Wurzelentwicklung
- Erhöhte Stabilität und geringerer Wildverbiss.
- Nachteile:
- Einseitige Verjüngung in Monokulturen
- Starke Wilddichte hemmt die Verjüngung
Die Kunstverjüngung ist eine Methode der Waldverjüngung, bei der gezielt neue Bäume gepflanzt werden.
- Jungwuchs: Von der Pflanzung bis die Bäume „dicht“ werden (einander berühren)
- Dickung: Natürliche Schaftreinigung durch Absterben der unteren Äste wegen Lichtmangel
- Stangenholz: Von der Schaftreinigung bis zum durchschnittlichen Brusthöhendurchmesser von 20 cm
- Baumholz: Brusthöhendurchmesser > 20 cm
- Altholz: Erreichen der Hiebreife
/Umtriebszeit (Einleitung der Holzernte)
- Im Altersklassenwald weiß der Jäger wie sich das Wild verhält → Gute Bejagbarkeit
- Im Plenterwald hat das Wild reichhaltige Aufenthaltsmöglichkeiten → Schwere Bejagbarkeit
- Hieraus leiten sich andere Jagdmethoden ab (z.B. Bewegungsjagden)
- Forstwirtschaft → Holzlieferant, Arbeitsplatz
- Erholungsfunktion
- Schutzfunktion
- Bodenschutz (Erosionsschutz)
- Wasserschutz: Erhöhung des Grundwasserangebots
- Klimaschutz
- Lärmschutz
- Sichtschutz
- Schutz vor Sturmschäden
- Schutz vor Lawinen und Steinschlag
Klimaschutz
- Wald entzieht der Atmosphäre CO₂, welches im Wald zunächst gebunden wird.
- 1 Hektar nachhaltig bewirtschafteter Wald, kann etwa 11,2 Tonnen CO₂ binden.
- 1 durchschnittlicher Deutscher hat einen jährlichen CO2 Fußabdruck von 10,8 Tonnen.
- Das heißt: 1 Hektar Wald entspricht etwa 1 Deutschen.
- Problem ❗️ Deutschland hat 11,4 Millionen Hektar Wald und über 80 Millionen Einwohner.
- Die Quellen für unsere Trinkwasserversorgung liegen häufig unter Wäldern. Diese filtern nämlich das Wasser und befreien es dabei von Schadstoffen. So entsteht reines Wasser in Trinkwasserqualität.
- Eine zunehmende Säuerung des Waldbodens (z.B. durch sauren Regen) lässt den Boden jedoch seine Filterfunktion verlieren.
- Als Gegenmaßnahme werden die Waldböden teilweise mit Kalk gedüngt, um den Säuregehalt zu vermindern.
- Besonders wichtig in seinen Schutzfunktionen
- Erosionsschutz durch tiefe Durchwurzelung des Bodens
- Schutz vor Steinschlag durch dichtes Unterholz (Bäume und Sträucher)
- Schutz vor Lawinen
- Stabilisierung des Anrissgebiets von Lawinen
- Weniger Wind →Weniger große Schneeansammlungen