Die Biotophege umfasst alle Maßnahmen, mit denen Jäger die Lebensräume des Wildes sichern und verbessern. Sie folgt den vier Wildbedürfnissen Äsung, Wasser, Deckung und Ruhe und beugt zugleich Wildschäden vor, indem sie das Wild gezielt von empfindlichen Kulturen weglenkt. Im Feldrevier eignen sich Brachen, Wildäcker, Hecken und Feldgehölze als Äsungs- und Deckungsflächen; im Wald fördert sie Verbissgehölze und stufige Waldränder. Wegen des Grenzlinieneffekts gilt: Mehr Struktur heißt mehr Wild.
Die moderne Biotophege pflegt nicht nur das Wild, sondern liefert Mehrwert für die gesamte Biodiversität.
Ziele:
- Die Biotophege dient der Sicherung und Verbesserung der Nahrungsgrundlage und Lebensräume des Wildes
- Teilweise ist die Verbesserung des Biotops eine Voraussetzung zum Erhalt von Wildbeständen (z.B. Rebhühner, Auerwild).
- Natürliche Kleinbiotope sind ökologisch sehr wertvoll.
- Zur Hege eines Biotops muss das Einverständnis des Grundstückseigentümers vorliegen.
Grenzen zwischen verschiedenen Lebensraumelementen (z.B. Waldränder, Hecken, Feldgehölz) sind für Wild besonders attraktiv.
- Wiederherstellung und Ergänzung von Lebensraum
- Vergrößerung des Lebensraums
- Vernetzung der Lebensräume
- Pufferstreifen entlang von Hecken, Gewässern, Feldgehölzen
- Schutz vor Pflanzenschutzmitteln und Nährstoffüberschüssen
- Schaffung neuer Lebensräume
- Forstwirtschaftliche Maßnahmen:
- Förderung von Weichhölzern → Verminderung von Verbissschäden
- Verbesserung der Äsungsbedingungen
- Abbau entbehrlicher Kulturzäune
- Eine Brache ist eine landwirtschaftlich ungenutzte Fläche.
- Wildtiergerechte Brachen sind wichtig zur Biotopverbesserung (insbesondere für Niederwild), weil sie Deckung und Äsung bereitstellen, Insekten fördern und Lebensräume vernetzen.
- Arten von Brachen
Eine Biotopfalle entsteht, wenn Wild seinem Instinkt folgt, durch eine menschengemachte Struktur aber in eine tödliche Gefahr gerät.
Beispiele:
- Verkehrswege: Ein gewohnter Wildwechsel kreuzt eine neue Schnellstraße.
- Pflegemaßnahmen: Eine Brachfläche wird zur Brut- und Aufzuchtzeit gemäht.
- Strukturen: Ein nicht gepflegtes und verwaldetes Feldgehölz bietet ausgezeichnete Ansitzmöglichkeiten für Greifvögel.
- Fertige Saatmischungen: Planbare Ergebnisse, artgerecht; teurer.
- Zwischenfrüchte (Senf, Phacelia): Schnell, blütenreich; einjährig; gut für Insekten und Niederwild.
- Klee-
/Grasgemische: Gute Äsung; nur mit Mähkonzept, sonst Biotopfalle. - Selbstbegrünung: Kostenlos; unvorhersagbar; jagdlich nicht empfohlen.
Bei der Stoppelbrache belässt der Landwirt nach der Ernte von Getreide oder Raps die Stoppeln. Er pflügt sie nicht unter und verzichtet auf Düngung und Pflanzenschutzmittel.
Das hat folgende Vorteile für das Niederwild (v.a. Feldhase und Rebhuhn):
Natürliche Kleinbiotope bieten wertvollen, idealen Lebensraum und schaffen wichtige Vernetzung zwischen größeren Biotopen.
Funktionen:
- Schutz vor Beutegreifern für Niederwild und Vögel
- Deckung → Einstände
- Brutplätze und Setzplätze
- Windschutz und Mikroklima
- Äsung: Wildpflanzen mit hoher Wertigkeit (Heilkräuter, Insektennahrung)
- Feldgehölze sind ein kleinflächiger Bestand an Bäumen und Sträuchern.
- Stufenförmiger Aufbau
- Saumzone
/Randzone: Flach, buschig (Gräser, Kräuter) - Mantelzone: Höher, dicht (Sträucher)
- Kernzone: Waldähnlich (Bäume)
- Teilweise kleine Freiflächen
Anlage von Feldgehölzen
- Stufenförmig aufbauen (Rand-, Mantel-, Kernzone)
- Quer zur Hauptwindrichtung ("aerodynamisch")
- Standortgerechte und heimische Pflanzenauswahl
- Sperriges Schnittgut z.B. aus Heckenpflege schichten (1,5 m x 5 m)
- Prinzip: Selbstansamung durch Kot von Vögeln erhofft
- Vorteil: Schnell, kostengünstig und sofortige Deckung
- Nachteil: Entwicklung bleibt oft hinter Erwartungen zurück
- Einverständnis des Grundstückeigentümer einholen (in Schutzgebieten von Behörden)
- Ideale Pflanzzeit ist der Vorfrühling
- Rückschnitte im Winter (Brutzeiten beachten!) → siehe Ländergesetzgebung
- "Auf den Stock setzen"
- Ziel: Verjüngung über Stockausschlag
- Vorgehen: Über dem Boden zurückschneiden
- Eignung: Sträucher und Bäume mit gutem Ausschlagvermögen
- Beispiele: Haselnuss, Weiden, Erle, Eiche
- Stockausschlag: Austrieb von jungen Trieben aus den Wurzelstöcken abgeschnittener Bäume und Sträucher
- Weiden – besondere Technik
- Vorgehen: Nicht ganz durchtrennen; kleiner Teil des Stammes bleibt bestehen
- Effekt: Auch die gekappte Krone kann erneut ausschlagen
- "Köpfen"
- Ziel: Höhenbegrenzung
/Kronenerneuerung - Vorgehen: Hoch abschneiden
- Beispiele: Vor allem Nadelbäume (geringes Ausschlagpotential)
- Hecken
- „Auf den Stock setzen“
- „Oben licht, unten dicht“