Einführung zur Wildhege cover

Einführung zur Wildhege

Letzte Aktualisierung: 05.11.2021

Zusammenfassung

Wildhege oder Hege sind alle Maßnahmen, die durch den Jäger zur Erhaltung artenreicher und gesunder Wildbestände durchgeführt werden. Dieser Wildbestand muss an das Biotop angepasst sein und kann zum Beispiel an der Belastung durch Wildschäden objektiviert werden. Hege basiert auf drei Säulen: Biotophege, Prädatorenregulierung und Wildtiermanagement. Bei Überhege kommt es zu einem Missverhältnis von Wildbestand zu Biotopvoraussetzungen, was zu Wildkrankheiten und Wildschäden führen kann. Der Jagdschutz ist der Schutz des Wildes vor Wilderern, Wildseuchen und wildernden Haustieren. Hierzu sind der Jagdausübungsberechtigte oder auch die Polizei berechtigt.


Grundlagen

Grundlagen

  • Die Pflicht zur Hege ist unmittelbar mit dem Jagdrecht verbunden.
  • Weitere relevante Gesetze
    • Bundeswaldgesetz
    • Ländergesetze

Das Jagdrecht und die Pflicht zur Hege sind untrennbar miteinander verbunden.

Ziele

  1. An ökologische und landschaftliche Verhältnisse angepasster artenreicher und gesunder Wildbestand. (§ 1 BJG )
  2. Pflege und Sicherung der Lebensräume des Wildes.
  3. Geringe Belastung von Forstwirtschaft, Landwirtschaft und Fischereiwirtschaft mit geringen Wildschäden.

Drei Hegeziele: Artenreich (1), gesund (2) und möglichst wenig Schaden (3).

Säulen

  1. Biotophege
  2. Wildtiermanagement
  3. Prädatorenregulierung

Überhege

  • Bei der Überhege entsteht ein Missverhältnis zwischen übermäßigem Wildbestand und der verfügbaren Lebensgrundlage. Sie wird durch eine Gleichgewichtsverschiebung innerhalb einer Art begünstigt.
  • Folgen

Beutegreiferregulierung

Allgemeines

  • Beutegreifer: Wildtiere, die sich hauptsächlich von Fleisch ernähren
  • Dient vor allem dem Schutz von Niederwild, Bodenbrütern und Jungwild.
  • Erhaltung eines Gleichgewichts (keine übermäßige Bejagung)
  • Teilweise auch bei Krankheit notwendig (z.B. Tollwut beim Fuchs)
  • Teilweise bei fremden Arten notwendig (z.B. Waschbär)

Rechtliche Einteilung der Beutegreifer

JagdrechtJagdbares WildNaturschutzrecht
Haarraubwild Greifvögel
  • Hat teilweise eine Jagdzeit.
  • Ganzjährig geschont

    Fallenjagd

    Allgemeines

    • Die Fallenjagd wird vor allem auf nachtaktive Beutegreifer ausgeübt.
    • Grundvoraussetzung ist die waidgerechte Durchführung der Fangjagd:
      1. Fallen müssen unversehrt lebend fangen.
      2. Oder Fallen müssen unverzüglich töten.
    • Während der Brutzeiten und Setzzeiten ist die Fallenjagd zum Schutz der Elterntiere verboten.
    • Geeignete Fangplätze
      • Zwangswechsel
      • An Gebäudewänden

    Lebendfangfallen

    • Beispiele: Kastenfallen, Röhrenfallen, Wieselwippbrettfallen
    • Voraussetzung: Eignung um unversehrt lebend zu fangen
    • Wildarten: Fuchs, Steinmarder, Waschbär

      Totschlagfallen

      • Beispiele: Schwanenhals, Eiabzugseisen
      • Voraussetzung: Gesetzlich erlaubt sind in Deutschland nur sofort tötende Fallen
        • Einige Bundesländer verbieten sogar alle Totschlagfallen.
      • Fangbunker sichern Totschlagfallen baulich so, dass Menschen und nicht gewünschte Tiere (z.B. Haustiere) nicht verletzt werden können.
        • Im weiteren Sinne kann ein Fangbunker auch ermöglichen, dass eine Lebendfalle nur selektiv funktioniert.
        • Zum Beispiel kann über eine Gewichtsauslösung eine selektive Falle für das große Wiesel gebaut werden. Diese löst aufgrund des geringen Gewichts von Mauswieseln und Mäusen bei diesen nicht aus.

      Die Verwendung von Totschlagfallen ist in einigen Bundesländern verboten.

      Rechtsgrundlage


      Jagdschutz

      Allgemeines

      Ein Jagderlaubnisschein berechtigt nicht zur Ausübung des Jagdschutzes.

      Wildseuchen (§ 24 BJG )

      • Unverzügliche Anzeige einer Wildseuche bei der zuständigen Behörde durch den Jagdausübungsberechtigten
      • Anweisungen zur Bekämpfung durch beamteten Tierarzt und die Behörde