Wiese kräuterreich

Wildeinrichtungen

Letzte Aktualisierung: 05.11.2021

Zusammenfassung

Wildeinrichtungen dienen als Hegemaßnahmen für das Wild. Zur Verbesserung der Wildäsung – insbesondere für Nahrungsengpässe – eignet sich die Anlage von einjährigen Wildäckern oder mehrjährigen Wildwiesen und Verbissgehölzen. Bei Wildäckern sollte berücksichtigt werden, ob die Anlage für Nieder- oder Schalenwild erfolgt, um die Äsung entsprechend anzupassen. Sie müssen regelmäßig neu angelegt werden. Es bietet sich an Wildackermischungen zu verwenden. Wildwiesen bedeuten weniger Mühe zur Erhaltung und bieten wertvolle Wildkräuteräsung. Verbissgehölze müssen regelmäßig auf den Stock gesetzt werden. Weitere Einrichtungen sind Suhlen für das Wohlbefinden von Schwarz- und Rotwild, sowie Salzlecken für eine genügende Versorgung mit Nährsalzen.


Wildäsungsflächen

Allgemeines

Funktionen

Planung

  • Äsungsflächen sollten in der Nähe zu Einständen angelegt werden, um die Nutzung für das Wild zu vereinfachen.
  • Fern von Straßen und Freizeitanlagen (Ruhe)
  • Mindestfläche von 100 m (1/100 ha)
    • Alternativ viele kleine Flächen mit langen Saumzonen (0,1 – 0,5 ha)
  • Entscheidung für ein- oder mehrjährige Nutzung

Viele Kleine sind besser als wenig Große.

Rechtsgrundlagen

  • Einverständnis des Grundstückeigentümers
  • Beachtung lokaler Besonderheiten (ökologische Schutzzonen, Wasserschutzgebiete ...)

Düngung

„So wenig wie möglich, so viel wie nötig.“


Wildäcker

Allgemeines

  • Wildäcker sind landwirtschaftlich bearbeitete Flächen, die dem Wild vor allem Äsung bieten.
  • In Feldreviere schaffen Wildäcker auch Deckung.
  • Die Anlage von Wildäckern in geschützten Biotopen ist verboten. (§ 30 BNatSchG )

Die Anlage von Wildäckern in geschützten Biotopen ist verboten.

Ortswahl

  • Die Ortswahl für Wildäcker steht in Konkurrenz zu Landwirtschaft und Forstwirtschaft.
  • Es bietet sich an auf unwirtsame Böden auszuweichen:
    • Stromleitungstrassen
    • Holzlagerplätze
    • Brachflächen (z.B. nicht maschinengerechte Flächen)

Pflanzenwahl

Schalenwild


Wildwiesen

  • Sommeräsung
  • Teilweise Heugewinnung (Winterfütterung)
  • Kräuterangebot

Verbissgehölze

Allgemeines

Pflanzenwahl

Praxistipps

  • Bei Weide und Pappel werden Stecklinge eingepflanzt.
  • Rückschnitte im Februar/März („Auf den Stock setzen“)
  • Der Stamm wird nur teilweise durchtrennt, damit die umgekippte Krone weiter grünen kann.
Rückschnitt weiden

Suhlen

Schwarzwild an einer Suhle

Salzlecken

Allgemeines

  • Salzlecken oder auch Sulzen sind Wildeinrichtungen, die dem Wild wichtige Nährsalze bereitstellen.
  • Sie werden ganzjährig angenommen und sind insbesondere im Frühjahr notwendig.
  • Der Standort sollte in der Nähe von Einständen, Wechseln und Äsungsplätzen liegen.
  • Nutzung vor allem durch Schalenwild

Aufbau

  1. Stocksulzen: Baumstumpf mit mittiger Mulde und hineingelegtem Salzleckstein
    1. Verunreinigung durch Fuchslosung möglich
  2. Stangensulze/Stammsulze: Anlage auf einem entrindeten Stamm
Stammsulze groß