Fuchs

Letzte Aktualisierung: 25.01.2024

Zusammenfassung

Da der Rotfuchs die einzige in Deutschland vorkommende Fuchsart ist, wird er meist nur als Fuchs bezeichnet. Er ist ein sehr anpassungsfähiger Kulturfolger und hat seinen Lebensraum bis in Großstädte ausgedehnt. Als Nahrungsgeneralist und Fleischfresser hat er ein typisches Raubtiergebiss. Seine Vorliebe für Innereien macht sich der Jäger bei der Lockjagd am Luderplatz zu nutze. Typisch für den Fuchs ist, dass in der Nähe zum Bau nicht gejagt wird, was als Burgfriede bezeichnet wird.

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Allgemeines

Begriffe

  • Synonym: Rotfuchs
RüdeMännliches Stück
FäheWeibliches Stück
Welpen/JungfüchseJungtiere bei Füchsen

Zoologische Zuordnung

OrdnungRaubtiere
UnterordnungHundeartige
FamilieHundeartige

Körpermaße

  • Fähen sind deutlich geringer als die Rüden.
GrößeHöhe (Widerrist)
  • ♂ 40 cm

Länge (ohne Lunte)
  • ♂ 70 cm

Länge der Lunte
  • ♂ 40 cm
GewichtLebend
  • ♂ 5 – 10 kg
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Aussehen

Haarkleid

  • Haarwechsel einmal jährlich im Frühjahr
  • Der Birkfuchs ist die häufigste Farbvariante bei Füchsen.
    • Orangebrauner bis rotbrauner Balg
    • Grauweiße bis hell-weiße Unterseite, Kehle und Blume
  • Der Winterbalg ist eine Trophäe (z.B. Dezember).
  • Verhären: Haarwechsel beim Fuchs
  • Führende Fähen haben häufig struppiges Haar. Rotfuchs SommerhaarFuchs WinterFuchs dunkle Variante

Farbvarianten

  • Kohlfuchs (dunkelbraun bis schwarz)
  • Brandfuchs (Unterseite grauschwarz)
  • Kreuzfuchs

Körperteile

  • Viole: Duftdrüse an der Basis der Lunte
    • Dient der Reviermarkierung
  • Lunte: Schwanz bei Fuchs und Marder
  • Blume: Weiße Endspitze der Lunte des Fuchses bzw. Rute des Wolfes.

Körperteile des Fuchses

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Gebiss

Raubtiergebiss

  • Scharfe Schneidezähne → Abbeißen und Abnagen der Beute
  • Eckzähne/Fangzähne → Festhalten der Beute
  • Backenzähne → Zerreißen und Zerkauen der Beute
  • Reißzähne → P4 im Oberkiefer und M1 im Unterkiefer
    • Reißzähne sind besonders stark ausgebildete Backenzähne

Raubtiergebiss (Fuchs)
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Dauergebiss

Gemeinsamkeiten von Raubtieren

  • Raubtiergebiss
  • Raubtiermagen: Dehnbarer, einhöhliger Magen
  • Jungtiere sind Nesthocker
    • Kommen blind und nur leicht behaart zur Welt
    • "Hocken" im Nest
  • Endglied der Nahrungskette → Relativ große Aktionsräume

Gebissentwicklung

  • Milchgebiss mit 4 Wochen komplett (28 Zähne)
  • Dauergebiss mit 6 Monaten komplett
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Ernährung

Allgemeines

  • Ernährungstyp: Nahrungsopportunist, Fleischfresser
  • Einzeljäger
  • Sehr anpassungsfähig
  • Fraß/Raub: Nahrung des Raubwildes

Nahrung

  • Säugetiere (Mäuse bis Rehkitz)
  • Vögel und Gelege
  • Wirbellose: Insekten, Regenwürmer, Larven
  • Aas, Fallwild
  • Obst und Beeren
  • Luderplatz
    • Werden gerne vom Fuchs genutzt

Fuchs Winter Jagd ErnährungFuchs Rehkitz

Losung

  • Löst sich auf Erhebungen
    • Dient der Reviermarkierung
  • Hundeähnlich
  • An einer Seite Spitz
  • Besteht aus Haaren und Knochen

Fuchs Kot

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Lebensraum und Lebensweise

Vorkommen

  • Biotoptyp
  • Kulturfolger
  • Deutschland: flächendeckend (häufigste Raubwildart in Deutschland)
  • Europa: flächendeckend (Ausnahme: Malta, Kreta, Mallorca)

Rotfuchs BiotopFuchs Stadt

    Verhalten

    • Dämmerungs-/nachtaktiv
    • Selten Rückzug in den Bau
      • Schlechtem Wetter
      • In der Ranz
      • Während der Aufzucht
    • Natürliche Feinde: Steinadler, Uhu, Luchs
    • Natürliche Altersgrenze: 10 bis 12 Jahre (eher kürzer)

    Sozialverhalten

    • Leben im sozialen Familienverbund
    • Territorial: Die Reviermarkierung erfolgt durch das Absetzen von Kot und durch die Duftstoffe von der Viole.
    • Ausnahme: In der Ranz und teilweise bei der Aufzucht bilden sich Paare.

    Fuchsbau

    • Erdbaue, die als Rückzugsort dienen
    • Kessel: eigentlicher Rückzugsort
      • nicht ausgepolstert
      • Unterteilung in Ruhe- und Nebenkessel
    • Häufig werden Dachsbauten übernommen
    • Teils wird der Bau mit Dachs, Kaninchen und Brandente geteilt.
    • Burgfriede: Fuchs jagt nicht in Baunähe
    • Ein vom Fuchs genutzter Bau wird als befahren bezeichnet.
      • Einfahren: Das Aufsuchen des Baus durch den Fuchs.
      • Ausfahren: Das Verlassen des Baus
    • Röhren: Einfahrt, Ausfahrt

    Rotfuchs Bau WelpenFuchs schlaf

    Zeichen für einen befahrenen Bau

    • Raubtiergeruch
    • Frische Nahrungs- und Knochenreste
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    Fortpflanzung

    Paarungszeit: Ranz

    • Die Paarungszeit des Fuchses wird als Ranz oder Rollzeit bezeichnet.
    • Zeitraum: Januar/Februar
    • Ranzlaut: Bellen und Keckern

    Der Fuchs der ranzt im Januar, der Jäger ranzt das ganze Jahr.

    Jungtierentwicklung

    • Tragezeit: 53 Tage (ca. 2 Monate)
    • Setzzeit: März/April
    • 4 – 6 Welpen pro Fähe (Geheck)
      • Verlassen den Bau mit vier Wochen
      • Selbstständigkeit nach ca. 4 Monaten (Juli/August)
      • Dann auch Auflösen des Fuchsgehecks (ca. Juli bis September)
    • Nesthocker im Fuchsbau
      • Blind, taub, behaart bei Geburt
    • Säugezeit: 2 Monate
      • Bereits mit 3 Wochen Zufütterung
    • Aufzucht durch Rüde und Fähe
    • Geschlechtsreife mit 10 Monaten

    2 × 2 Monate → 2 Monate Tragzeit und 2 Monate Säugezeit

    Fuchs Welpen

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    Praxistipps

    Sinne

    Sinnesorgane

    • Sehen: Sehr gut (räumliches Sehen)
    • Geruch: Sehr gut
    • Gehör: Sehr gut

    Der Fuchs besitzt aufgrund seiner starken Sinne eine extrem schnelle Reaktionsfähigkeit (Flucht).

    Lautäußerungen

    • Bellen: Lautäußerung in der Ranz
    • Keckern: Lautäußerung bei Erregung oder Streitigkeiten in der Ranz
    • Klagen: Lautäußerung bei Schmerz
    • Winseln: Lautäußerung bei Unterwerfung im Rahmen niedriger Rangordnung

    Eine Lernhilfe der etwas anderen Art: „What does the fox say?“ .

    Tritt und Spur

    Tritt

    • Ballen und Krallen werden abgezeichnet
    • Fuchstritt und Hundetritt sind ähnlich (Größe, 4 Zehen, „Nageln“)
    • Form
      • Fuchstritt ist ovaler
      • Hundetritt ist runder
    • Fuchs: Die Ballen der Außenzehen ragen nicht über den Hinterrand der Innenzehen hinaus.

    Vergleich von Fuchs- und Hundetritt

    Spur

    • Schleichen/Schnüren: Langsame, vorsichtige Gangart des Fuchses
    • Traben: Schnellere Gangart des Fuchses
    • Flüchten: Schnellste Gangart des Fuchses

    Fuchsspur

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    Waidmannssprache

    WaidmannsspracheLaiensprache
    Dick gehenTrächtige Fähe
    WelpenJunge von Hundeartigen
    WölfenGebären von Welpen
    GeheckJungtiere des Raubwildes (z. B. Fuchs)
    FuchskernKörper des abgebalgten Fuchses
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