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Grundlagen der Jagdhunde

Letzte Aktualisierung: 10.10.2021

Zusammenfassung

Für einige Jagdarten sind brauchbare Jagdhunde unverzichtbar. So ermöglichen zum Beispiel Schweißhunde bei der Nachsuche eine waidgerechte Jagdausübung. Das Gebiss ist ein typisches Raubtiergebiss. Die Paarungsbereitschaft der Hündin erkennt man am Blut aus der Schnalle während der Hitze. Zur Zucht wird die Hündin dann von einem ausgewähltem Rüden gedeckt. Bei der Zucht werden verschiedene Rassen von Jagdhunden mit unterschiedlichen Eigenschaften und Anwendungsgebieten unterschieden. So haben Schweißhunde eine hervorragende Nase, Vorstehhunde die Fähigkeit des Vorstehens angewölft und Apportierhunde eine ausgeprägte Bringfreude.


Allgemeines

Begriffe

RüdeMännlicher Hund
HündinWeiblicher Hund
WelpeJunghund, der noch gesäugt wird (ca. 2-3 Monate)
JunghundHund bis zum Alter von einem Jahr

Zoologische Zuordnung

OrdnungRaubtiere
FamilieHundeartige

Hunderassen

  • Hunderassen sind eine Unterteilung einer Art, die durch gemeinsame Eigenschaften mehrerer fortpflanzungsfähiger Einzeltiere eine Gruppe bilden.
  • Jagdhunde sind zur Jagd gezüchtete Hunderassen.

Lebenserwartung

  • 12 – 16 Jahre
  • Kleine Rassen werden älter als große Rassen

Körpermaße

Wichtigste Hundemaße

Unterteilung

  • Schulterhöhe/Stockmaß/Widerristhöhe: Höhe zwischen Erdboden und Rücken oberhalb der Vorderläufe beim Hund
SchulterhöheGruppe
< 24 cmKleinsthunde, Zwerghunde
25 – 41 cmkleine Hunde
42 – 62 cmmittelgroße Hunde
≥ 63 cmgroße Hunde

Aussehen

Haarkleid

KategorieMerkmaleBeispiele
Kurzhaar
  • Kurze Behaarung
Drahthaar/Rauhaar
  • Dichte Unterwolle
  • Zottiges Haar
  • Markantes Gesicht mit Bart und Augenbrauen
Langhaar

Körperteile

  • Behang: Hängende Ohren bei Jagdhunden
  • Fahne: Haare an der Rute bei langhaarigen Hunderassen
Körperteile des Hundes

Skelett

Skelett des Hundes

Gebiss

Milchgebiss

Zahnformel

Entwicklung

  • zahnlos bei Geburt
  • komplettes Milchgebiss mit 6 Wochen

Dauergebiss

  • Typisches Raubtiergebiss
  • Kräftige Fangzähne (Eckzähne)
  • Starke Reißzähne
    • vierte Prämolare (P4) im Oberkiefer
    • erste Molare (M1) im Unterkiefer
Dauergebiss Hund

Zahnformel

Entwicklung

  • 4.-7. Monat: Zahnwechsel
  • 10.-12. Monat: komplettes Dauergebiss

Normalgebiss (Scherengebiss)

  • Korrektes Gebiss
  • Obere Schneidezähne stehen vor den Unteren → Schere

Gebissfehler

GebissbezeichnungMerkmalZuchttauglichkeit
ZangengebissSchneidezähne stehen aufeinanderbedingt

Vorbeißer

Untere Schneidezähne stehen vor den Oberenuntauglich

Rückbeißer

Untere Schneidezähne stehen deutlich hinter den Oberenuntauglich

Fortpflanzung

Paarungszeit: Hitze

  • Hitze: Zeit in der die Hündin zur Paarung bereit ist
    • Man sagt: Die Hündin ist „läufig“.
  • Zweimal jährlich
    • Frühjahr und Herbst
  • Anzeichen
  • Unterteilung in drei Phasen
    1. Vorbrunst/Vorhitze (1. bis 9. Tag)
    2. Hauptbrunst/Haupthitze (10. bis 15. Tag)
      • günstigste Paarungszeit
      • Anzeichen: rückläufiges Färben und erhöhte Paarungsbereitschaft
    3. Nachbrunst/Nachhitze (ab 16. Tag)

Paarungsablauf

  1. Phase: Decken
  2. Phase: Hängen

Zwei Beagle beim DeckenZwei Beagle in der Hängephase

Jungtierentwicklung

Tragzeit

  • ca. 9 Wochen (63 Tage)
  • Ernährungsanpassung
  • Bewegungsmöglichkeiten
  • Anschwellen der Zitzen → Ende der Tragzeit
  • Abfall der Körpertemperatur (< 37 °C) → bevorstehende Geburt
  • Besonderheit: Eireife geschieht Schubweise → ein Wurf mit Welpen verschiedener Rüden möglich

Welpen

  • 4 bis 8 Junge pro Wurf
    • behaart
    • taub
    • blind für etwa 12 Tage
  • Säugezeit: 6 bis 8 Wochen
  • Beifüttern ab etwa 4 Wochen
  • Trennung von Hündin ab dem 57. Lebenstag (ca. 8 Wochen)
  • Alle Welpen müssen aufgezogen werden (Tierschutzrecht)
  • Wurfbezeichnung: 2,5 Welpen → zwei männlich und fünf weibliche Welpen

Säugende Golden-Retriever Hündin

Kupieren
  • Definition: Operative Entfernung oder Verkleinerung von Schwanz oder Ohren bei Hunden
  • Kupieren der Behänge ist verboten
  • Kupieren der Rute ist prinzipiell verboten
    • ausgenommen sind vereinzelt jagdlich geführte Hunde
      • z.B. Deutsch-Kurzhaar/Drahthaar oder Weimaraner-Kurzhaar
    • Ausschluss tierärztlicher Bedenken
    • nur durch einen Tierarzt unter Schmerzausschaltung ab 4. Lebenswoche

Geschlechtsreife

  • Rüden mit knapp einem Jahr
  • Hündinnen mit 7 – 10 Monaten
    • Erkennbar an der ersten Hitze

Waidmannssprache

HitzeZeit in der die Hündin zur Paarung bereit ist
läufig seinZur Fortpflanzung bereite Hündin
FärbenBluten aus der Schnalle bei Hündinnen während der Hitze
decken/belegenBegattung bei Hunden
Wölfen/WerfenGebären von Welpen bei Hunden
WurfGruppe an Hundewelpen
ZitzeEinzelne Milchdrüse der Hündin
GesäugeMilchdrüsen bei der Hündin


Waidmannssprache

WitternRiechen bei Hunden
Feine Nase Ein Hund, der gut wittert
VernehmenHören bei Hunden
Laut gebenBellen von Hunden
ÄugenSehen bei Hunden
Hechelnschnelles Atmen von Hunden bei geöffnetem Fang