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Lauf

Letzte Aktualisierung: 17.10.2021

Zusammenfassung

Der Lauf einer Feuerwaffe nimmt Patronen auf und wandelt den Gasdruck der Zündung in eine geführte Vorwärtsbewegung des Geschosses um. Es wird zwischen Büchsenläufen mit gezogenem Innenprofil und Flintenläufen mit glattem Innenprofil unterschieden. Büchsen verschießen Einzelgeschosse und werden zur Bejagung von Schalenwild und Raubwild eingesetzt. Flinten verschießen Schrotmunition und werden vor allem zur Bejagung von Niederwild eingesetzt. Eine Kombination der Waffen ist zur Erweiterung des Einsatzgebietes möglich. Die bekannteste Form ist der klassische Drilling mit zwei Schrotläufen und einem Kugellauf.


Allgemeines

Einteilung

BüchsenFlinten
LaufinnenprofilGezogener LaufGlatter Lauf
GeschossEinzelgeschossViele Kugeln (Schrot)
PatronenBüchsenpatronenSchrotpatronen
GasdruckBis 4000 barBis 1050 bar
Lauflänge45 – 70 cm50 – 80 cm
Max. Schussentfernung200 m, teils bis 300 m35-40 m
Einsatz
Beispiel

Büchse mit Kammerverschluss

Bockflinte

Aufbau

Innerer Aufbau der Läufe

Das Patronenlager gehört zum Lauf

Aufgaben

  • Führung des Geschosses
  • Aufnahme der einzelnen Patrone
  • Aufnahme des Gasdruckes beim Schuss (zusammen mit dem Verschluss)

Büchsenläufe

Allgemeines

  • Büchsenläufe haben ein gezogenes Innenprofil aus Zügen und Feldern und schießen mit Einzelgeschossen.
  • Büchse: Langwaffe mit gezogenem Lauf zum Verschießen von Einzelgeschossen

Aufbau

  • Schraubenartiges Innenprofil
  • Züge: Vertiefungen des Innenprofils
    • Zugkaliber: Durchmesser zwischen gegenüberliegenden Zügen (größer als Feldkaliber)
  • Felder: Erhöhungen des Innenprofils
    • Feldkaliber: Durchmesser zwischen gegenüberliegenden Feldern (kleiner als Zugkaliber)
Innenprofil von gezogenen Läufen

Polygonlauf

  • Flächige Übergänge von Zügen und Feldern
  • Vorteile
    • Sehr gute Gasdruckabdichtung
    • Lange Lebensdauer

Polygonlauf Innenprofil

Funktion

  • Das Innenprofil aus Feldern und Zügen erzeugt Drall.
  • Drall ist die Rotation (Drehbewegung) des Geschosses um die Längsachse
    • Stabilisierung des GeschossesAuftreffen mit der Geschossspitze
  • Dralllänge: Strecke auf der sich die Züge im Lauf einmal um die eigene Achse gedreht haben.

Laufanordnung

BezeichnungBeschreibungAbbildung
Einläufige Büchse

Einzelner gezogener Lauf

Einläufige Büchse

Bockbüchse (BB)

Zwei gleichkalibrige, gezogene Läufe übereinander

Bockbüchse

Doppelbüchse (DB)Zwei gleichkalibrige, gezogene Läufe nebeneinander

Doppelbüchse

Bergstutzen (BS)Zwei Büchsenläufe unterschiedlichen Kalibers übereinander

Bergstutzen


Flintenläufe

Allgemeines

Aufbau

  • Glattes Innenprofil
  • Vorsicht: Die Länge der abgeschossenen Patrone muss dem Patronenlager entsprechen oder kleiner sein
  • Die Laufform an der Mündung beeinflusst die Schrotgarbe.
Länge Patronenlager Flinte

Die Länge der abgeschossenen Patrone muss dem Patronenlager entsprechen oder kleiner als dieses sein.

Choke

  • Der Choke ist eine Verengung an der Laufmündung von Flinten, die das Streuverhalten der Schrotgarbe beeinflusst
  • Synonym: Würgebohrung, Chokebohrung
  • Unterschiedliche Grade der Verengung (mm)
    • Viertelchoke (0,25 mm) → weite Schrotgarbe
    • Halbchoke (0,5 mm)
    • Dreiviertelchoke (0,75 mm)
    • Vollchoke (1 mm) → enge Schrotgarbe
  • Einfluss des Chokes
    • Je größer die Verengung, desto dichter die Schrotgarbe.
    • Mündungserweiterung bewirkt eine vermehrte Streuung der Schrotgarbe
  • Laufzuordnung
    • Bockflinte
      • Unterer Lauf → Halbchoke (weiter)
      • Oberer Lauf → Dreiviertelchoke/Vollchoke (enger)
    • Doppelflinte
      • Rechter Lauf → Halbchoke (weiter)
      • Linker Lauf → Dreiviertelchoke/Vollchoke (enger)
Chokebohrung

Skeetbohrung

  • Erweiterung an der Laufmündung
  • Streuung der Schrotgarbe
  • Verwendung beim jagdlichen Übungsschießen (Skeetstand)
Skeetbohrung

Weitere Chokes

  • Zylinderbohrung: Flintenlauf ohne Mündungsverengung
  • Multi-Chokes: austauschbare Wechselchokes
  • Poly-Chokes: verstellbares Chokes zur Verwendung verschiedener Bohrungen

Choke WechselsetGewehr mit Wechselchokes

Laufanordnung

BezeichnungBeschreibungAbbildung
Einläufige Flinte/Einlaufflinte

Einzelner glatter Lauf

Einläufige Flinte

Bockflinte

Zwei glatte Läufe übereinander

Bockflinte

Doppelflinte/QuerflinteZwei glatte Läufe nebeneinander

Doppelflinte

​​​​


Kombinierte Waffen

Allgemeines

Kombinierte Waffen sind immer Kipplaufwaffen.

Geläufige Kombinationen

BezeichnungBeschreibungAbbildung
Bockbüchsflinte (BBF)

Ein gezogener und ein glatter Lauf übereinander

Bockbüchsflinte

Büchsflinte (BüF)Ein gezogener und ein glatter Lauf nebeneinander

Büchsflinte

Bockdrilling (BD)

Bockdrilling

Klassischer Drilling (Drill)Zwei glatte Läufe über einem gezogenen Lauf

Klassischer Drilling

Sonderformen

BezeichnungBeschreibungAbbildung
Kugeldrilling3 gezogene Läufe

Kugeldrilling

Schrotdrilling3 glatte Läufe

Schrotdrilling

Bockdrilling (nach neuer Ferlacher Form)

Bockdrilling (Ferlacher)

Bockdrilling (BD)2 gezogene Läufe und ein glatter Lauf übereinander

Bockdrilling

Doppelbüchsdrilling (DBD)

Doppelbüchsdrilling

Waldläuferdrilling

Waldläuferdrilling

Vierling

Vierling 2