Schrotschuss und Schusszeichen

Letzte Aktualisierung: 21.11.2021

Zusammenfassung

Die tödliche Wirkung des Schrotschusses entsteht durch sekundäre Schäden. Durch die Vielzahl der kleinen Schrotgeschosse kommt es zu einer reflexartigen Aktivierung des Nervensystems unter der Haut. Hierdurch kommt es zu einer Nervenlähmung und zum sofortigen Tod. Damit die tödliche Wirkung zuverlässig eintritt, muss die Schrotgarbe eine gute Deckung haben. Hierzu dürfen die Schrote nicht zu groß gewählt werden. Beim Zeichnen von Niederwild ist das Rollieren für den Feldhasen und das „Himmeln“ für das Federwild typisch.


Schrotschuss

Allgemeines

  • Mit Schrot wird Niederwild bejagt.
  • Die Bejagung von Schalenwild mit Schrot ist verboten.
  • Die wirksame Entfernung liegt bei etwa 35 m.

Schusswirkung

  • Der Schrotschuss tötet durch sekundäre Schäden (Nervenschock).
  • Die Tötungskraft im Ziel ist abhängig von:
    1. Anzahl der Schrote
    2. Verteilung (Deckung)
    3. Geschwindigkeit und Energieabgabe
      1. Die Energieabgabe/Durchschlagskraft ist abhängig von der Auftreffgeschwindigkeit und der Schrotgröße.

Schrotgarbe

  • Die Schrotgarbe ist eine Wolke aller Schrote nach Verlassen des Laufs, deren Ausdehnung in Länge und Breite mit der Entfernung zunimmt.
  • Entstehung durch Streuung der Schrote.
  • Zunahme der Größe, je weiter das Ziel entfernt.
  • Die wirksame Schrotgarbe ist deutlich kleiner als der Gefährdungsbereich.
Schrotgarbe bei 15 mSchrotgarbe bei 25 m
Schrotgarbe 15m

Schrotgarbe 25m

Schrotdeckung

  • Die Deckung der Schrotgarbe ist die gleichmäßige Verteilung der Schrote. Sie ist für den Nervenschock entscheidend.
  • Große Entfernung → Große Streuung → Schlechte Deckung → Geringe Tötungskraft
  • Zu geringe Entfernung → Gute Schrotdeckung → Hohe Wildbretentwertung
  • Nutzwild sollte in einer Entfernung von etwa 20 m bis 35 m beschossen werden.

Schrotstärke

  • Die Wahl der Schrotstärke ist abhängig von der bejagten Wildart.
  • Geringere Schrotstärke → Bessere Deckung
Schema des Schussbilds einer Schrotpatrone mit Schrotstärke von 3mm auf 25 Meter Enternung.
Schema des Schussbilds einer Schrotpatrone mit Schrotstärke von 4mm auf 25 Meter Entfernung.

Übersicht der Schrotstärken

Die Frage ist: Welche Schrotstärke für welches Wild?

WildartSchrotstärke (mm)
2,53,03,5
Rebhuhn, Taube, Kaninchen
Fasan, Ente, Krähe
Gänse, Hase
Fuchs

Die Übersicht dient nur der Orientierung und bezieht sich auf Bleischrote.

Faustregel: Bei der Verwendung von Stahlschroten sollte die Korngröße ein bis zwei Nummern größer sein als bei Bleischroten


Zielen mit der Flinte

Allgemeines

  • Hilfsmittel: Laufschiene und Korn
  • Praxis
    • Ziel sitzt der Laufschiene auf (leichter Hochschuss notwendig)
    • Hochschuss durch Einstellen von 2 bis 3 cm Laufschiene
  • Voraussetzungen
    1. Reaktionsschnelligkeit
    2. schneller Anschlag
Zielen Flinte über Laufschiene

Haltepunkt

  • Die Ziele sind beweglich. Also gilt:
    • Mitschwingen und Vorhalten
  • Zielen
    1. Mitschwingen
    2. Überholen
    3. Schussabgabe
  • Hase
    • Weglaufend → Zielen zwischen die Löffel
    • Zulaufend → Zielen vor die Vorderläufe

Schusszeichen von Niederwild

Allgemeines

Haarwild

Hase und Kaninchen

  • Typisches Rollieren beim Schuss auf die vordere Körperpartie
    • Sofort tödlich
  • Geräusche beim Verenden

Fuchs

  • Schusshart
  • Tödlicher Schuss → Hochhalten der Lunte
  • Beißen nach verletzten Körperteilen

Federwild

TreffersitzZeichnenBild
Tödlicher Treffer

Zeichnen von Federwild - tödlich

Kopf oder Lunge
  • Steiler Flug nach oben
  • „Himmeln“

Zeichnen von Federwild - himmelnd

Schwingen
  • Fällt trudelnd herunter
  • „Geflügelt“

Zeichnen von Federwild - geflügelt

Rückgrat
Gescheide

Zeichnen von Federwild - Gescheide

Infanterist

Zeichnen von Federwild - Infanterist