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Schrotpatronen

Letzte Aktualisierung: 28.10.2021

Zusammenfassung

Schrot sind zahlreiche kleine Kugeln aus Metall, die aus Schrotpatronen verschossen werden. Die Vielzahl an Einzelgeschossen bilden die Schrotgarbe. Bei den Großkaliber (12, 16 und 20) gilt: Je größer die Zahl, desto kleiner das Kaliber. Je nachdem welche Wildart bejagt wird unterscheiden sich außerdem die Durchmesser der einzelnen Geschosse. Für die Wirkung der Schrote ist eine gleichmäßige Verteilung notwendig, welche als Deckung bezeichnet wird. Schrotpatronen werden vor allem zur Bejagung von Niederwild (außer Rehwild) und Raubwild verwendet.


Grundlagen

  • Schrot sind zahlreiche kleine Kugeln aus Metall, die in einer Garbe aus Flinten abgeschossen werden
  • Schrotpatronen sind mit Schroten geladen.
  • Verwendung: Bejagung von Niederwild und Raubwild

    Aufbau

    Allgemeines

    Der Aufbau von Schrotpatronen ist vergleichbar mit dem Aufbau von Büchsenpatronen.

    1. Patronenhülse
    2. Verschluss
      1. Bördelverschluss (Abdeckplatte)
      2. Sternverschluss
    3. Zündung
      1. Siehe: Zentralfeuerpatronen
    4. Treibladung
    5. Zwischenmittel
    6. Schrotladung
    Aufbau einer Schrotpatrone

    Zwischenmittel

    Aufgaben

    • Gasdruckabdichtung vom Pulver gegenüber den Schroten
    • Heraustreiben der Schrote
    • Verhindert das Durchwirbeln der Schrote
    • Vermeidet eine Klumpenbildung der Schrote

    Aufbau

    1. Filz-Zwischenmittel
      • Problem: Abweichschrote
    2. Schrotbecher
      • Keine Abweichschrote
      • Bessere Schrotgarbe
      • Schonung des Laufs
    Zwischenmittel

    Schrotladung

    Bleischrote

    Weicheisenschrote/

    Stahlschrote

    Eigenschaften
    • Weich → Deformation im Lauf
    • Hohe Masse
    • Hohe Energie → hohe Energieabgabe
    • Hart → Geringe Deformation
    • Geringere Masse
    • Geringere Energieabgabe → Anpassung der Schrotstärke

    Vorteil

    • Bewährte Munition mit viel Erfahrung
    • Hohe Tötungskraft
    • Bleifrei
      • Verwendung bei der Wasserjagd
      • Verwendung in Wasserschutzgebieten und Naturschutzgebieten
    • Bessere Deckung mit weniger Randschroten
    • Bessere Penetration des Wildkörpers
    Nachteile
    • Bleibelastung der Umwelt (insbesondere Gewässer)
    • Teilweise gesetzliche Verbote
    • Einschränkungen v.a. in Naturschutzgebieten und Wasserschutzgebieten
    • Gefährdung von Personen durch Abpraller
    • Streuen mehr → Größere Sicherheitswinkel
    • Wirksame Reichweite ist geringer als bei Bleischroten

    Abpraller

    • Vor allem auf hartem Untergrund prallen die harten Stahlschrote mehr ab, als die weichen Bleischrote.
    Schema des Abprallverhaltens von Schrot

    Schrot für die Wasserjagd

    • Bleischrote sind teilweise verboten
    • Schrote aus Weicheisen/Stahl, Wismut oder Zink sind für die Wasserjagd zulässig.

    Kaliber

    Kennzeichnung

    1. Kaliber/Hülsenlänge (z. B. 12/70)
      1. Kaliber häufig auf dem Hülsenboden
      2. Hülsenlänge auf der Hülse
    2. Schrotkorngröße
    3. Herstellerangabe

    Schrotpatrone Kaliber 2

    Flintenkaliber

    • Internationale Kaliberbezeichnung bei Schrotpatronen
    • Kaliber und Laufdurchmesser sind nicht identisch
    KaliberKalibergrößeLaufdurchmesser
    12Großca. 18,5 mm
    16Mittelca. 17 mm
    20Kleinca. 16 mm

    Bei Flintenläufen gilt: Je größer das Kaliber, desto kleiner der Laufdurchmesser.

    Hintergrund

    • 1 englisches Pfund ≙ 453,6g
    • 453,6 g Blei → Teilen in 12 Kugeln gleichen Durchmessers → Kaliber 12 entspricht dem Durchmesser der Kugeln
      • Entsprechend auch mit Kaliber 16 und 20

    Hülsenlänge

    • Die Angabe zur Hülsenlänge bezieht sich auf die abgeschossene Hülle.
    • Die nicht abgeschossene Schrotpatrone ist bis zu 1 cm kürzer.
    • Gängige Hülsenlängen: 65 mm, 67,5 mm, 70 mm, 76 mm, 89 mm
      • Hülsenlänge von 75 mm gibt es nicht
    • Hülsenlänge muss kürzer oder gleich der Länge des Patronenlagers sein.
    Hülsenlänge von Schrotpatronen

    Die abgeschossene Hülsenlänge muss kürzer oder gleich der Länge des Patronenlagers sein.

    Ausnahme

    • Patronenlager mit der Länge 67,5 mm werden nicht produziert.
    • Patronen mit Hülsenlänge 67,5 mm dürfen aus Patronenlagern mit 65 mm Länge verschossen werden.

    Gebräuchliche Schrotstärken

    • Die Schrotstärke ist der Durchmesser der einzelnen Schrotkörner.
    Schrotkorndurchmesser (mm)2,53,03,54,0
    ∅ SchrotzahlKal. 12/7039022514295
    Kal. 16/7033519512282
    Größenbezeichnung7531

      Spezielle Schrotpatronen

      Streupatronen

      • Schrotgarbe mit größerer Streuung
        • Verwendung auf kurze Distanz (z.B. Waldjagd oder Kaninchenjagd)
      • Verwendung eines Streukreuzes oder Pfropfens
      • Können aus allen Flintenläufen verschossen werden.
      • Je stärker der Choke, desto größer die Streuung.

      Streupatrone mit StreukreuzSchrotgarbe von Normalpatronen und Streupatronen im Vergleich

      Magnumpatronen

      • Stärkere Laborierung
      • Hülsenlänge >70 mm
      • Nur speziell beschossene Läufe → Verstärkter Beschuss

      Magnumpatrone

      Sportpatronen

      • Trappatronen/Skeetpatronen → Wurftaubenpatronen
      • Hohe Ansprüche an die Deckung der Schrotgarbe

      Sportschießen

      Postenpatronen

      • Schrotpatronen mit sehr großen Schroten
      • Posten: Schrotkugeln mit Durchmesser ab 6 mm (umgangssprachlich ab 4 mm)

      PostenpatronePostenpatronenPostenpatronen

      In Deutschland sind Postenpatronen für die Jagd auf Schalenwild verboten.