Dachs cover

Dachs

Letzte Aktualisierung: 04.05.2022

Zusammenfassung

Der Dachs ist der größte Vertreter der Marderfamilie. Obwohl er relativ plump wirkt, ist er doch wendig und wehrhaft. Am Aussehen ist die Verkehrtfärbung mit der hellen Oberseite und die Gesichtsmaske markant. Mit seinen kleinen und schwachen Augen und großen Grabklauen des Vorderfußes ist er ideal an sein Leben unter Tage im Dachsbau angepasst. Als Lebensraum bevorzugt er Wälder und reich strukturierte Kulturlandschaften. Die Haare des Dachses sind im jagdlichen Brauchtum ein beliebter Hutschmuck und ergeben feine Rasierpinsel.

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Allgemeines

Begriffe

  • Synonym: Schmalzmann, Erdmarder, Grimbart (aus der Fabel)

Zoologische Zuordnung

OrdnungRaubtiere
UnterordnungHundeartige
FamilieMarderartige
UnterfamilieDachse

Körpermaße

Höhe (Widerrist)30 cm
Länge (ohne Rute)70 cm
Gewicht8 – 25 kg
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    Aussehen

    Haarkleid

    • Verkehrtfärbung
      • Helle Körperoberseite (silbrig/grau)
      • Dunkle Körperunterseite (schwarz)
    • Charakteristische schwarz-weiße Zeichnung des Kopfes
      • Weißer Kopf und Gehörränder mit schwarzen Zügeln

    Dachs VerkehrtfärbungDachs Gesicht

    Körperteile

    • Sehr lange Grabklauen mit 5 Krallen → nagelt ausgeprägt im Tritt
    Körperteile des Dachses

    Charakteristische Merkmale

    • Kompakter Körper
    • Kurze Beine
    • Kleiner Kopf
    • Markante Gesichtsfärbung

    Schädel

    • Ähnlichkeit mit anderen Raubwildschädeln
    • Besonderheit: Knochenkamm (Sagitalkamm) auf der Oberseite des Schädels
    Dachs Schädel mit Sagitalkamm
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    Gebiss

    Raubtiergebiss

    • Ähnlichkeit zum Mardergebiss
    • Komplettes Dauergebiss mit 4 Monaten

    Dauergebiss

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    Ernährung

    Allgemeines

    • Ernährungstyp: Allesfresser
    • Sammelt Nahrung und jagt weniger selbst

    Nahrung

    Losung

    • Latrinen/Aborte: Ort an dem die Losung abgesetzt wird
      • In Baunähe
    • Wurstförmig mit Haaren und Essensresten
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    Lebensraum und Lebensweise

    Vorkommen

    • Biotoptyp
      • Waldgebiete, Laubmischwälder
      • Hecken, Gehölz von Kulturlandschaft
      • Flachland bis Mittelgebirge
    • Europa: Weit verbreitet bis auf Skandinavien und Mittelmeerinseln

    Verhalten

    • Dämmerungs- und nachtaktiv
    • Tagsüber schlafend im Dachsbau
    • Winterruhe
    • Stempeln: Reviermarkierung durch Aufdrücken des Hinterteils auf den Boden
    • Natürliche Altersgrenze bei ca. 14 Jahren

    Sozialverhalten

    • Familienverbände: Elterntiere, Jungdachse und Nachwuchs des Vorjahres
    • Territorial

    Dachsbau

    • Lebensmittelpunkt der Dachse
    • Wird selbst gegraben
    • Bodenbeschaffenheit entscheidend: Trocken und fest
    Dachs Bau

    Vergleich von Dachsbau und Fuchsbau

    DachsbauFuchsbau
    • Sauber, reinlich
    • Auspolstern mit Gras und Farn
    • Kessel ausgepolstert
    • Luftröhren
    • Geschleif: Tiefe Rinnen die beim Ein- und Ausfahren entstehen
    • Dachsabort in Baunähe
    • Schmutziger
    • Frische Nahrungs- und Knochenreste
    • Raubtiergeruch
    • Kessel nicht gepolstert
    • Überall Urin und Kot
      • Fuchskot insbesondere auf erhöhten Stellen

    Winterruhe und Winterschlaf

    WinterruheWinterschlaf
    BeschreibungRuhezustand mit UnterbrechungSchlafähnlich
    StoffwechselKaum herabgesetztDeutlich herabgesetzt
    ErnährungGelegentliche NahrungsaufnahmeFettreserven
    KörpertemperaturFast normalDeutlich reduziert
    Beispiele
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      Fortpflanzung

      Paarungszeit: Ranz

      • Zeitraum: März/April (Altfähen), Juli/August(Jungfähen)
      • Ranzschrei: Gellende, heisere Schreie

      Jungtierentwicklung

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      Praxistipps

      Sinne

      • Geruch und Gehör sehr gut
      • Sehen eher schlecht (kleine Augen)

      Fährte

      • Sohlengänger mit 5 Krallen
        • Das Abzeichnen dieser langen Krallen im Tritt wird als „Nageln“ bezeichnet.
      • Vordere Brante größer (Graborgan)
      Fährten des Dachses
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