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Steinmarder

Letzte Aktualisierung: 10.09.2021

Zusammenfassung

Der Steinmarder ist ein anpassungsfähiger Kulturfolger. Wegen seiner Eigenart Gummiteile des Autos anzunagen wird er umgangssprachlich auch als „Automarder“ bezeichnet. Von seinem nahen Verwandten dem Baummarder unterscheidet man ihn am leichtesten durch den weißen nach unten gegabelten Kehlfleck. Neben seinem ursprünglichen Biotop der Waldränder und Feldgehölze hat er sich zunehmend auch im urbanen Umfeld durchgesetzt. Durch sein territoriales Verhalten und hohe Populationsdichten sind leer gefangene Reviere rasch wieder besiedelt. Hier hilft ihm nicht zuletzt seine opportunistische Nahrungsstrategie. Die Tragzeit liegt mit einer relativ langen Eiruhe bei neun Monaten.


Allgemeines

Begriffe

  • Weitere Begriffe für den Steinmarder: Hausmarder, Dachmarder, Automarder
RüdeMännliches Tier
FäheWeibliches Tier

Zoologische Zuordnung

OrdnungRaubtiere
UnterordnungHundeartige
FamilieMarderartige
UnterfamilieMarder

Körpermaße

Höhe (Widerrist)12 cm
Länge (ohne Lunte)60 cm
Gewicht1 – 2 kg

Einteilung der Marderartigen


    Aussehen

    Haarkleid

    • Graubraun
    • Weiße/hellgraue Unterwolle
    • Kehlfleck
    Steinmarder

    Körperteile


    Gebiss

    Dauergebiss

    Unterscheidung von Steinmarder und Baummarder

    • Unterscheidung von Stein- und Baummarder am letzten Backenzahn
      • Steinmarder → Einbuchtung
      • Baummarder → Ausbuchtung


    Ernährung

    Allgemeines

    • Allesfresser/Ernährungsopportunist
    • Kleinere Beute wird an einen sicheren Ort verbracht
    • Größere Beute wird direkt angeschnitten

    Nahrung

    Losung

    • Kleine Würste mit einseitiger Spitze
    • Steinmarder: Unangenehmer Geruch
    • Baummarder: Geruch nach Moschus (Veilchenduft)

    Lebensraum und Lebensweise

    Vorkommen

    Verhalten

    • Dämmerungs-/nachtaktiv
    • Tagesversteck: Baumhöhlen, Schuppen, Holzhaufen, Erdhöhlen
    • Territorial
    • Reviermarkierung mittels Duftsekret

    Fortpflanzung

    Entspricht der Fortpflanzung beim Baummarder.

    Paarungszeit: Ranz

    • Zeitraum: Juli/August

    Jungtierentwicklung

    • Tragzeit: 9 Monatemit Eiruhe
    • Setzzeit: April/Mai
    • 2 – 6 Jungmarder pro Geheck
    • Blind und behaart bei Geburt
    • Nesthocker
    • Geschlechtsreife mit 2 Jahren

    Obwohl sich Stein- und Baummarder so sehr ähneln, gibt es keine Kreuzungen zwischen beiden Arten.


    Jagdpraxis

    Vergleich von Steinmarder und Baummarder

    Gemeinsamkeiten

    • Körpermaße (sehr vergleichbar), Sinne, Verhalten, Ernährung, Fortpflanzung

    Unterschiede

    Steinmarder

    Baummarder

    Beispiel

    Steinmarder 2

    Baummarder Vergleich

    Farbe

    Graubraun

    Kastanienbraun

    Unterwolle

    Weiß

    Gelb

    Farbe des Kehlflecks

    Weiß

    Gelb

    Form des Kehlflecks

    Gegabelt

    Oval, abgerundet

    Kopf

    Abgerundet

    Dreieckig

    Nase

    Hell, fleischfarben

    Dunkel, schwarz

    Sohlen

    Unbehaart

    Behaart

    Tritt

    Deutlich, klar

    Verwaschen

    Gebiss (letzter Molare)

    Einbuchtung

    Ausbuchtung

    Lebensraum

    Offenland, Siedlungen

    Zusammenhängende Wälder mit Dickungen

    Lebensweise

    Kulturfolger

    Waldbewohner

    Sinne

    Sinnesorgane

    • Sehen: gut (Bewegungssehen)
    • Geruch: sehr gut
    • Gehör: sehr gut

    Ähnlich wie der Fuchs können Marder ihre Sinne sehr schnell zur Reaktion (Flucht) nutzen.

    Laute

    • Steinmarder äußern sich lauter als Baummarder
    • Muckern: Kontaktaufnahme und Spiel
    • Keckern, Knurren, Schreien: Lautäußerung bei Erregung oder Gefahr

    Tritt und Spur

    Tritt

    • 5 Zehen mit Krallen (wie alle Marderartigen)
    • Steinmarder: Deutlicher, klarer Abdruck
    • Baummarder: Verwischter Abdruck

    Spur

    • Paarsprung: Häufigste Fortbewegungsart
    • Dreisprung: Weniger häufig

    Waidbegriffe

    WaidmannsspracheLaiensprache
    AufbaumenDas Erklettern eines Baums bei Mardern
    FortholzenVon Baum zu Baum springen bei Mardern
    AbbaumenDas Herabklettern vom Baum bei Mardern
    AnschneidenFressen an der Beute