Fütterung

Letzte Aktualisierung: 04.10.2023

Zusammenfassung

Im engeren Sinne ist eine Fütterung des Wildes in Notzeiten gemeint. Hierzu verpflichtet das Bundesjagdgesetz. Dies darf jedoch nicht einer Erhöhung des Wildbestandes oder dem Erzielen stärkerer Trophäen dienen. Hiervon abzugrenzen sind Ablenkfütterungen, die zur Wildschadensverhütung durch die untere Jagdbehörde genehmigt werden können. Außerdem gibt es Kirrungen, an denen kleine Mengen Futter zum Anlocken und Bejagen verwendet werden. Wichtig bei der Auswahl der Futterart ist eine Berücksichtigung des Äsungstyps, sodass eine Fütterung in jedem Fall artspezifisch erfolgen sollte.

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Grundlagen

Allgemeines

  • Verpflichtung zur Fütterung des Wildes in Notzeiten (§ 23 BJagdG )
  • Fütterung dürfen nicht:
    1. der Erhöhung des Wildbestandes dienen
    2. dafür gedacht sein, stärkere Trophäen zu erzielen.
  • Eine Verbesserung des Äsungsangebotes ist zu bevorzugen.

Notzeitfütterung

  • Definition der Notzeit:
    1. Zeitraum, in dem Wild ein besonderes Bedürfnis für Ruhe hat.
    2. Zeitraum, in dem Ernährungsengpässe entstehen.
    3. Zeitraum, in dem eine Gefahr des Verhungerns besteht.
  • Artgerechtes Nahrungsangebot in Notzeiten
  • Erhaltungsfutter besteht aus Saftfutter und Raufutter
  • Je nach Bundesland verboten (außer nach Erlaubnis der Unteren Jagdbehörde)
  • Bejagung im Umkreis der Fütterung verboten

Lager und Fütterungsstelle für Raufutter im Winter

Ablenkfütterung

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Die Fütterung

Futterarten

RaufutterSaftfutterKraftfutter
Allgemeines
  • Hoher Nährstoff- und Wassergehalt
  • Für Wiederkäuer geeignet
  • Hoher Nährstoffgehalt
  • Vorsicht bei Wiederkäuern
Beispiele
  • Grummet
  • Heu (Klee, Wiese, Laub)

Eine unsachgemäße Fütterung kann bei Wiederkäuern aufgrund einer Ansäuerung des Magens zum Verenden des Wildes führen.

Silage

  • Silage ist ein Saftfutter für Wiederkäuer, welches durch Milchsäuregärung unter Luftabschluss haltbar gemacht wird.
  • Silo: Behälter zur Vorratshaltung von Silage
  • Grüngut mit einem hohem Wasseranteil (z. B. Gras) sollte vor der Silage erst anwelken.

Lagerung

  • Kraftfutter und Raufutter werden trocken gelagert.
  • Hackfrüchte werden frostfrei in Mieten oder Rübenkellern eingelagert.
    • Mieten sind eben- oder untererdig abgedeckte Anhäufungen von Futtermitteln (wie z. B. Rüben).
    • Einmieten ist das Einlagern von Hackfrüchten in Mieten
    • Rübenkeller sind Gruben, welche mit Holz ausgebaut werden.
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Wildarten

Schwarzwild

  • Schwarzwild ist ein Allesfresser. Deshalb ist es bei der Fütterung eher anspruchslos.
  • Fütterung mit Körnermais, Getreide, Kartoffeln, Rüben
  • Verwendung von Einrichtungen (z.B. Rollfässer, Futterautomaten), die nur kleine Futtermengen freigeben.
    • So wird das Schwarzwild lange an der Fütterung gebunden.
  • Frischlingsrechen: Bereich einer Fütterung der nur für Frischlinge zugänglich gemacht wird, indem er von einem Zaun mit geringem Lattenabstand umgeben wird.

Wiederkäuer

Winterliche Rotwildfütterung

    Hasen

    Enten

    • Eine Fütterung von Enten ist v.a. bei zugefrorener Wasseroberfläche notwendig.
    • Körnerfutter: Getreide (v.a. Gerste, Weizen, Mais)
    • Kraftfutter: Eicheln
    • Zu viel Fütterung und der folgende Kot kann zu einer Überdüngung von Gewässern führen.

    Fasan

    Rebhühner

    • Rebhuhnschütten (Siehe: Schütte)
    • Futter zum Rebhuhn bringen (anders als beim Fasan)
    • Eine Futterstelle je Kette
    • Standort: Hecken im freien Gelände mit guter Sicht
    • Körnerfutter: Getreide, Getreidekaff/Druschabfall, Wildkräutersamen
      • Druschabfall: Abfälle aus Samen von Gräsern und Wildkräutern, die bei der Getreideernte anfallen.
    • Saftfutter: Kohl, Äpfel
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