Wildmanagement

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Wildmanagement steuert die Beziehungen zwischen Wildtieren, ihren Lebensräumen und dem Menschen. Du erfährst, wie Monitoring zu Entscheidungen wird und wie Abschussplanung, Sozialstrukturen und Schwarzwildstrategien ineinandergreifen.

Wildmanagement steuert die Beziehungen zwischen Wildtieren, ihren Lebensräumen und dem Menschen. Die Themen im Wildmanagement sind - , , und viele mehr.

Wir konzentrieren uns in diesem Artikel auf die Regulation einer Wildpopulation - also die mit der . Diese darf nur zu bestimmten Zeiten erfolgen (→ . In der übrigen Zeit wird das (→ .

MerkeManche Wildmanagement mit mit der gleich - aber diese Sichtweise ist wissenschaftlich überholt!
  • Schonzeit: Zeit in der das Fangen und von , welches dem unterliegt, verboten ist.
    • Ganzjährig \(z.B.
    • Teilweise \(z.B.
    • Ganzjährige \(z.B. Jungkaninchen\)
    • Muttertierschutz: Elterntiere in der Aufzucht dürfen nicht bejagt werden. Diese Regel bleibt unberührt durch die .
  • Die Bundesländer regeln die .
  • Warum gibt es ?
    • Schutz seltener oder bedrohter Arten (ganzjährige
    • und Aufzucht des Jungwildes
    • Verminderung des Jagddruckes

Um eine Wildpopulation zu regulieren können 3 Stellschrauben beeinflussen:

  1. → Zielabschuss
  2. → Verhältnis von männlich/weiblich 1:1
  3. Altersstruktur → Bejagung v.a. in den jungen Altersklassen

Aus diesen 3 Stellschrauben leiten die Unteren den ab.

  • Trends > Momentaufnahme: Entscheidungen immer auf mehrjährigen Daten aufbauen.
  • Ziel steuert Abschuss: , reduzieren oder aufbauen – danach richtet sich die .
  • Grundregel: Der Abschuss muss an deinem Bestandsziel ausgerichtet werden.
    • : Abschuss ≈ Nettozuwachs − natürliche Mortalität ± Wanderung)
    • reduzieren: Abschuss > Nettozuwachs
    • aufbauen: Abschuss < Nettozuwachs
  • Übernutzung liegt vor, wenn bei einem ansonsten angepassten mehr entnommen wird als der Nettozuwachs.

Der Überschuss ist jener Teil einer Wildpopulation, der durch Abschuss entnommen werden kann, ohne die zu gefährden.

Einflussfaktoren

Der Überschuss ist keine fixe Zahl, sondern hängt ab von:

  1. Aktuelle Populationsdichte im Verhältnis zur
  2. Struktur der (Altersaufbau,
  3. Qualität des Lebensraums und Witterungsbedingungen
  4. Jagdliche Managementziele (stabil , reduzieren oder aufbauen)

Die ist der Schlüssel zum Verständnis des Überschusses:

Das Grundprinzip:

  • Jede Wildpopulation reguliert sich selbst in Abhängigkeit von der des Lebensraums
  • Die Gesamtsterblichkeit bleibt dabei konstant - nur die Ursachen verschieben sich
  • kann natürliche Verluste ersetzen, aber nicht unbegrenzt

Funktionsweise der Kompensation:

Bei kompensatorischer Sterblichkeit:

Praktisches Beispiel:

  • Ohne : 100 → 25 sterben natürlich → 75 überleben
  • Mit angepasster : 100 → 15 erlegt + 10 sterben natürlich → 75 überleben
  • Bei Überjagung: 100 → 20 erlegt + 15 sterben natürlich → nur 65 überleben!
MerkeDer Überschuss entspricht jenem Teil der , der durch Abschuss anstelle natürlicher Verluste entnommen werden kann.
AchtungWird diese Grenze überschritten, führt zu zusätzlicher Sterblichkeit und damit zur Bestandsreduktion.

Der ist ein behördlich genehmigter Plan. Er legt , wie viel von welchem Geschlecht und in welchem erlegt werden soll.

Länderspezifische Regelungen in Deutschland

Kategorie

Baden-Württemberg

Bayern

Brandenburg

Hessen

Niedersachsen

Nordrhein-Westfalen

Rheinland-Pfalz

Sachsen

abschussplanpflichtig

Nein (seit 2016)

Ja

Ja

Ja

Ja

Nein

Ja

Ja

Planungszeitraum

Zielvereinbarungen

3 Jahre

1 Jahr

1 oder 3 Jahre

3 Jahre ()

Zielvereinbarungen

1 Jahr

3 Jahre (Rot-, Dam-,

Ja, als Grundlage

Ja, hohe Verbindlichkeit (Art. 32 BayJG)

Ja (§ 29 BbgJagdG)

Ja (§ 21 HJagdG)

Verwaltungspraxis (AB-NJagdG)

Ja (§ 22 Abs. 4 LJG-NRW)

Ja, hat Vorrang (§ 29 LJG)

Ja, wesentliche Grundlage (§ 27 SächsLJagdG)

Besonderheit

Digitales Wildtiermonitoring

vor explizit im Gesetz

Mindestabschusspläne bei

Gruppenabschusspläne möglich

Detaillierte Ausführungsbestimmungen

Mindestabschussplan für

Mindest- und Höchstabschusspläne

Forstliches Gutachten dominiert

MerkeNur Baden-Württemberg und Nordrhein-Westfalen haben die Abschussplanpflicht für abgeschafft und arbeiten mit flexiblen Zielvereinbarungen.

Vor der Abschussplanung erfolgt eine Analyse des aktuellen Zustandes. Dabei berücksichtigen wir 3 Faktoren:

  1. Biologische Faktoren:
  2. Ökologische Faktoren:
  3. Wirtschaftliche Faktoren:
    • Wildschadenssituation
    • Landnutzungsinteressen

Ziel: Natürliche Sterblichkeit nachahmen

  • Jungtiere/Nachwuchs: Größter Anteil der
  • Mittelalte Stücke: Zurückhaltend bejagen
  • Höhere Altersklassen nach der Reife maßvoll entnehmen

Aufstellung und Genehmigung

Streckenliste

Die ist eine fortlaufende Aufstellung über das im erlegte und verendet aufgefundene .

  • Verwendung: Nachweis gegenüber Behörden zur des und Dokumentation des
  • Inhalt: Auflistung von erlegtem und verendet aufgefundenem
    • Aufgliederung nach Wildart, Geschlecht und Altersklassen
    • Datum und Ort der Erlegung

Wildtiere sich nicht an Reviergrenzen. Eine sinnvolle Abschussplanung funktioniert daher oft nur revierübergreifend.

Die ist der Zusammenschluss der benachbarter zum Zweck der gemeinsamen (§ 10a BJagdG).

Nach Bundesrecht können freiwillig als privatrechtlicher Zusammenschluss gebildet werden (§ 10a Abs. 1 BJagdG). Die Länder können die Bildung zur Pflicht machen, wenn eine freiwillige Gründung scheitert (§ 10a Abs. 2 BJagdG).

Die Bundesländer regeln, für welche Wildarten gebildet werden:

Alle Wildarten nach Managementstufen (§ 47 JWMG).

Nur relevant in Baden-Württemberg & 13 weitere.
  • Abstimmung der Abschusspläne
  • Gemeinsame Hegemaßnahmen
  • Bestandserfassung
  • Revierübergreifende Bejagung
TippIn der Prüfung wird häufig nach dem Zweck (revierübergreifende und Bejagung) gefragt.
  • Steigende Schwarzwildpopulationen mit hohem (ca. 100–200 %)
  • Gefährdung durch die Afrikanische
  • Hohes Wildschadenspotential
  • Sehr schwere Bestandserfassung (Schwarzwildmonitoring)
  • Jagdrevierübergreifende
  • Schwierige Aufrechterhaltung einer artgerechten Altersstruktur
  • Führungslose ohne verursachen größere
  • Telemetrische Bestandserfassung (z.B. mittels Fotofallen)
  • Standardisierte Wildschadenserfassung
MerkeEine erlegte Frischlingsbache kann als Überläuferbache nicht mehr frischen.

  • Definition: Eine für die auf , die den ganzer ermöglicht.
  • Technik: Anlocken durch in ein mit Falltür, oft mit Funk- und Videoüberwachung.
  • Recht: Einsatz nur mit behördlicher Genehmigung, z.B. im Seuchenfall (ASP).

  • Zählungen: an zwei aufeinanderfolgenden regenfreien Abenden gegen 23 Uhr mit Scheinwerfer
    • Frühjahrszählung (März/April)
    • Herbstzählung (November)
  • Sommerzuwachs: Differenz zwischen Frühjahrs- und Herbstzählung
  • Zuwachsbewertung:
  • Abschussplanung
    • Ab Zuwachsraten von 50 % ist Bejagung sinnvoll
    • Einzelne große sind Kleinstjagden vorzuziehen
  • Bejagung nur nach Bestandsschätzung
  • Fokus auf schwache
  • Berücksichtigung hoher Winterverluste
  • Bejagung nur an wenigen Tagen (Ruhezeiten gewährleisten)
  • Vorwiegend Bejagung von Erpeln
  • Schonung bei Frost
  • Nutzung des Morgenstrichs

Österreich hat die weltweit zu Bekanntheit geführt. Die ersten Modellprojekte in Deutschland feiern kleine Erfolge, sodass wir erwarten mehr davon zu sehen.

  • Die () ist ein international beachtetes österreichisches Instrument. In Bundesländern wie Vorarlberg, Salzburg und Kärnten ist die bereits im verankert.
  • Definition und Zielsetzung: Die ist ein "Ausgleichs- und Abstimmungsinstrument" mit dem übergeordneten Ziel der "Harmonisierung von Biotoptragfähigkeit und .
  1. Lebensraumerhaltung und : der Biodiversität
  2. Vermeidung von : Reduktion von Konflikten mit Land- und
  3. Planung auf Populationsebene: Großräumige Koordination jagdlicher Maßnahmen
  4. Konfliktminimierung: Kommunikationsprozess zwischen allen Landnutzern
  • Räumliche Ebenen:
    • Einzelnes JagdgebietWildregionWildraum
    • Sicherstellung der Abstimmung lokaler Maßnahmen auf populationsweite Ziele
    • Ausweisung und Schutz von Wildtierkorridoren
  • Sozio-politischer Charakter: Die ist primär ein Konfliktlösungsinstrument. Die Zonierung ist eine räumliche Festschreibung von Kompromissen zwischen verschiedenen Landnutzungsinteressen.

Kategorie

🟢 Kernzone (Grün)

🟡 Randzone (Gelb/Orange)

🔴 Freizone (Rot)

Ziel

  • Lebensraumsicherung
  • Strukturerhaltung

Jagdstrategie

  • Sofortige Entnahme bei Auftreten

  • Zur Lenkung erlaubt
  • Strikt verboten
  • Strikt verboten

Hegemaßnahmen

  • Keine
  • Keine
MerkeDie folgt oft einem Ampelsystem: Grün = Wild-Priorität, Gelb = Pufferzone, Rot = Wild-Ausschluss.


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