Die Fallenjagd ist eine waidgerechte Form der Jagd, bei der Beutegreifer mit speziellen Fanggeräten lebend oder sofort tötend gefangen werden. Sie richtet sich vor allem gegen Fuchs, Steinmarder, Marderhund und Waschbär, um Niederwild und Bodenbrüter zu schützen oder Krankheiten wie Tollwut einzudämmen. Lebendfangfallen wie Kasten- oder Betonrohrfallen müssen unversehrt fangen, Totfangfallen unverzüglich töten; in mehreren Bundesländern ist zusätzlich ein Fallenlehrgang Pflicht.
- Die Fallenjagd wird vor allem auf nachtaktive Beutegreifer ausgeübt.
- Grundvoraussetzung ist die waidgerechte Durchführung der Fangjagd:
- Fallen müssen unversehrt lebend fangen.
- Oder Fallen müssen unverzüglich töten.
- Während der Brutzeiten und Setzzeiten ist die Fallenjagd zum Schutz der Elterntiere verboten.
MerkeFanggeräte müssen nach Bundesrecht entweder unversehrt fangen oder sofort zuverlässig töten.
AchtungIn einigen Bundesländern ist der Totfang verboten oder nur mit Einzelgenehmigung möglich.
- Schutz von Niederwild und Bodenbrütern
- Reduktion der Bestände bei Krankheitsausbrüchen (z.B. Tollwut und Räude)
- Häufige Wechsel
- Zwangswechsel (z.B. Gewässerüberquerung)
- Entlang an Gebäudewänden
- Entlang von Wasserläufen
- Entlang von Gatterzäunen
- Häufige Aufenthaltsplätze
- Feldscheunen
- Holzstapel
Rechtsgrundlage
- Voraussetzung ist ein gültiger Jagdschein. (§ 1 BJG)
- Der Schutz Dritter muss gewährleistet sein (§ 823 Bürgerliches Gesetzbuch).
- Mindestens einmal tägliche Kontrolle
- Beispiele: Kastenfallen, Röhrenfallen, Wieselwippbrettfallen
- Voraussetzung: Eignung um unversehrt lebend zu fangen
- Wildarten: Fuchs, Steinmarder, Waschbär
Allgemeines
Aufbau
- Zwei „Koffer“-Teile, die mit einem Scharnier verbunden sind.
- Drahtgewebe für Ober- und Unterseite der Kofferteile
- Ggf. mit Lichtschutz nach oben
- Auslöser als Selbstbau: Normale Rattenfalle mit Verbindungsschnur zu einem Stellholz, das den Koffer offen hält.
- Auslöser verbaut mit einem Auslösebrett an der geschlossenen Seite des Koffers
Allgemeines
- Betonrohrfallen sind eine Unterform der Röhrenfallen und dienen dem Lebendfang von Raubwild.
- Ihren Namen erhalten sie wegen der langen Betonrohre, in denen das Raubwild gefangen wird.
- Sie bleiben meist langfristig am gleichen Fangplatz.
Aufbau
- Rohrsystem
- Auslösesystem
- Köderabzug
- Stolperdraht
- Wippbret
- Fallenmelder (z.B. Minkpolice oder Trapmaster)
- Abfangkorb
- Abfangschieber mit Teleskopstange
Köder
- Fuchs: Hundefutter, Fisch, Teile von Niederwild
- Waschbär: Obst, Mais, Weintrauben, Fleisch (roh oder geräuchert)
- Marder
/Iltis: Ei, Geflügel, getrockneter Pansen, Honig, Innereien
Allgemeines
- Lebendfangfalle
- Fangjagd auf Raubwild
- Vorteile:
- Einfache und sichere Handhabung
- Leichterer Auf- und Abbau als Betonrohrfalle, Prinzip ansonsten gleich
Aufbau
- Auslösesystem
- Köderabzug
- Stolperdraht
- Wippbret
- Fallenmelder (z.B. Minkpolice oder Trapmaster)
- Abfangkorb
- Abfangschieber mit Teleskopstange
- Kleine Holzkiste mit Wippbrett
- Fangjagd auf Wiesel (v.a. Großes Wiesel)
- Fangplatz: Trockene Gräben
/Durchlässe
AchtungDie Wieselwippbrettfalle ist in Schleswig-Holstein verboten (Fangjagd Verordnung).
Nur relevant in Schleswig-Holstein.
Allgemeines
- Beispiele: Schwanenhals, Eiabzugseisen
- Voraussetzung: Gesetzlich erlaubt sind in Deutschland nur sofort tötende Fallen
- Einige Bundesländer verbieten sogar alle Totschlagfallen.
MerkeDie Verwendung von Totschlagfallen ist in einigen Bundesländern verboten.
- Totschlagfalle zum Fang von Raubwild
- Besteht aus zwei halbkreisförmigen Bügeln, die über eine Feder verbunden sind.
- Das Ziel ist es, das Tier augenblicklich zu töten und ein Einklemmen von Gliedmaßen zu verhindern.
- Die Falle löst durch ein Abziehen des Köders aus.
- Wildarten: Fuchs
- Das Eiabzugseisen ist eine Variante vom Schwanenhals.
- Der Durchmesser der Bügel ist kleiner als beim Schwanenhals, sodass kleinere Wildarten gefangen werden.
- Als Köder kann ein Ei auf einer Köderschale verwendet werden.
- Wildarten: Marder
- Zu den Fangeisen gehören Fallen mit zwei Fangbügeln.
- Neben dem Schwanenhals und dem Eiabzugseisen (sofort tötend) gehören hierzu auch die verbotenen Tellereisen.
- Weil die Verwendung von Fangeisen gefährlich ist, empfiehlt die Unfallverhütungsvorschrift Jagd:
- Spannen und Entspannen nur mit einem geeigneten Gegenstand
- Nur so aufstellen, dass keine Person gefährdet wird.
- Aufstellen in Fangbunkern
/Fallenkästen
- Fangbunker sichern Totschlagfallen baulich so, dass Menschen und nicht gewünschte Tiere (z.B. Haustiere) nicht verletzt werden können.
- Im weiteren Sinne kann ein Fangbunker auch ermöglichen, dass eine Lebendfalle nur selektiv funktioniert.
- Zum Beispiel kann über eine Gewichtsauslösung eine selektive Falle für das große Wiesel gebaut werden. Diese löst aufgrund des geringen Gewichts von Mauswieseln und Mäusen bei diesen nicht aus.