Zu den weiteren jagdlich relevanten Nagetieren zählen Nutria, Bisam und Wanderratte, alle drei sind eingewanderte Neozoen. Die Nutria oder Sumpfbiber stammt aus Südamerika, ist eine gute Schwimmerin und lebt in selbstgegrabenen Bauen am Wasser. Das aus Nordamerika eingewanderte Bisam ist deutlich kleiner, hat einen seitlich abgeflachten Schwanz und kann durch hohe Reproduktionsraten erhebliche Schäden an Böschungen und Dämmen verursachen. Die Wanderratte stammt ursprünglich aus Nordasien und ist ein anpassungsfähiger Kulturfolger.
Begriffe
- Weitere Begriffe für Nutria: Biberratte, Sumpfbiber
Zoologische Zuordnung
Körpermaße
- Länge: Bis 50 cm
- Gewicht: 8 – 10 kg
Haarkleid
- Gelbbraun, dunkelbraun
- Besonderheit: Langer, runder, beschuppter Schwanz
- Schilf
- Wurzeln und Wasserpflanzen
- Feldfrüchte
Vorkommen
- Biotoptyp
- Mildes Klima
- Ruhige, pflanzenreiche Gewässer
- Urheimat: Südamerika
- Deutschland: V.a. Rheinland-Pfalz und Sachsen (aus Pelztierfarmen)
Verhalten
- Gute Schwimmer und Taucher
- Leben in Bauen am Wasser
- Zweimal jährlich
- 4 – 6 Junge
- Nestflüchter
Begriffe
- Weitere Begriffe für das Bisam: Bisamratte, Wasserratte
Zoologische Zuordnung
Körpermaße
- Länge: Bis 40 cm
- Gewicht: Bis 2 kg
Haarkleid
- Besonderheit: Langer, zusammengedrückter, beschuppter Schwanz
- Hauptsächlich Wasser- und Uferpflanzen
- Auch Getreide, Obst, Gemüse
- Ergänzung um tierische Nahrung in vegetationsarmen Monaten
- Wasserinsekten
- Krebse, Wasserschnecken
- Frösche, Fische
Vorkommen
- Biotoptyp
- Gewässer
- Anspruchslos
- Urheimat: Nordamerika
- Deutschland: Verbreitung durch Aussetzung
- Eine Bejagung durch Eigentümer von Gewässern ist häufig verpflichtend, da Bisamratten große Schäden an Dämmen und Böschungen verursachen können.
Verhalten
- Gesellig in Kolonien
- Unter- und oberirdische Baue
- Sehr hohe Fortpflanzungsrate
- Bis zu 7 Junge pro Wurf
- Bis 4 Würfe pro Jahr
Körpermaße
- Länge: Bis 30 cm
- Gewicht: Bis 500 g
Haarkleid
- Besonderheit: Langer, runder, geringelter Schwanz
- Allesfresser
- Pflanzen, Getreide, Früchte
- Kleinvögel, Kleinsäuger, Insekten
- Eier: Insbesondere die Gelege der Stockente
Vorkommen
- Biotoptyp: Anspruchslos
- Sehr hohe Fortpflanzungsrate (bis zu 50 Junge pro Jahr)
Falls auf dem Prüfungstisch Gebisse von Hasen oder Nagetieren liegen:
- Unterscheidung nach Ordnung
- Hasenartige: Stiftzähne im Oberkiefer
- Nagetiere: Orangene Schneidezähne
- Größe:
- Feldhase größer als Wildkaninchen
- Bisam klein
- Nutria und Murmeltier ähnlich
- Biber am Größten
- Besonderheiten:
- Rachenöffnung (Hasenartige): Rund (wie die Sasse) beim Hasen und lang (wie der Bau) beim Wildkaninchen
- Unteraugenloch: Nur bei Nutria und Biber