Jagdausübungsrecht (III. Abschnitt BJagdG)

Letzte Aktualisierung: 26.10.2023

Jagdpacht (§ 11 BJagdG)

Bei der Jagdpacht gibt es viele Abweichungen der Bundesländer.

  • Jagdausübungsrecht
    • Kann nur in der Gesamtheit an Dritte verpachtet werden.
    • Keine Teilpacht (z.B. nur für bestimmte Wildarten wie Feldhasen).
    • Verpächter kann sich Teile der Jagdnutzung vorbehalten (z.B. Rotwild).
  • Gesamtfläche: Maximal 1.000 Hektar für einen Pächter.
  • Schriftlicher Pachtvertrag erforderlich.
  • Zeitliche Regelungen
    • Mindestpachtdauer: 9 Jahre.
    • Pachtzeit beginnt und endet mit dem Jagdjahr.
    • Jagdjahr: 1. April bis 31. März.
  • Voraussetzungen für Pächter
  • Mehrere Pächter sind möglich. Die Anzahl ist abhängig von der Größe des Jagdbezirks und Landesgesetzen.
  • Anzeige des Jagdpachtvertrags bei der unteren Jagdbehörde. Die Anzeige kann durch Pächter oder Verpächter erfolgen.

Jagderlaubnisschein

Regelung durch die Länder.
  • Voraussetzungen für Jagdgäste:
    • Gültiger Jagdschein
    • Jagderlaubnis von allen Jagdausübungsberechtigten
    • Unselbstständiger Jagdgast: Muss begleitet werden. Mündliche Erlaubnis reicht.
    • Selbstständiger Jagdgast: Keine Begleitung nötig. Schriftliche Erlaubnis erforderlich.
  • Jagderlaubnisschein: Schriftliche Jagderlaubnis, die zur selbstständigen Jagdausübung berechtigt.
    • Auch "Begehungsschein" genannt.
    • Persönliche Bindung (keine Übertragung auf andere Personen)
    • Legt fest, welches Wild gejagt werden darf.
    • Missachtung kann als Wilderei und Straftat geahndet werden.
  • Arten von Jagderlaubnisscheinen
    • Befristet oder unbefristet.
    • Unentgeltlich oder entgeltlich.
Unentgeltlicher JagderlaubnisscheinEntgeltlicher Jagderlaubnisschein
Erteilung durch alle Jagdausübungsberechtigten gemeinsam
Anzeige bei der Unteren Jagdbehörde (je nach Landesrecht)

Je nach Landesrecht:

Je nach Landesrecht:

  • Person muss pachtfähig sein
  • Fläche wird im Jagdschein eingetragen
  • Begrenzung häufig entsprechend der zulässigen Anzahl an Pächtern
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Anzeige von Jagdpachtverträgen (§ 12 BJagdG)

  • Anzeigepflicht bei Behörde → Drei Wochen Frist für Beanstandungen.
  • Beanstandung → Vertrag ändern oder aufheben in drei Wochen.
    • Ohne Änderung: Vertrag aufgehoben oder Amtsgericht entscheidet.
  • Jagdausübung: Erst nach drei Wochen oder bei behördlicher Erlaubnis.
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Erlöschen des Jagdpachtvertrages (13 BJagdG)

  • Erlöschen des Jagdpachtvertrages
    • Vorzeitiges Erlöschen bei:
      1. Unanfechtbarem Entzug des Jagdscheins.
      2. Unanfechtbar abgelehnter Erteilung eines neuen Jagdscheins.
    • Pächter muss Schaden ersetzen, falls verschuldet.
  • Rechtsstellung der Mitpächter
    • Vertrag bleibt bei Ausscheiden eines Mitpächters bestehen.
    • Bei Verstoß gegen Höchstpachtfläche: Behebung bis nächstes Jagdjahr erforderlich.
    • Sonderkündigungsrecht bei nicht zumutbarer Mehrbelastung.
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Wechsel des Grundeigentümers (§ 14 BJagdG)

  • Grundsatz: "Kauf bricht nicht Pacht"
  • Erwerber des Grundstücks: Bleibt an bestehenden Pachtvertrag gebunden. Wird Mitglied der Jagdgenossenschaft, wenn es sich um einen gemeinschaftlichen Jagdbezirk handelt
  • Ausnahmen: Kündigungsrecht des Erwerbers ausgeschlossen bei Teilversteigerung eines Jagdbezirks
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