Die Jagdhundeausbildung beginnt bereits mit der Geburt und durchläuft in den ersten Lebenswochen die entscheidende Prägungsphase, in der die Mutter Wesensanlagen und Ausdrucksformen prägt; vor der achten Lebenswoche darf der Welpe nicht von ihr getrennt werden. Mit der Abgabe an den Hundeführer beginnt die klassische Erziehung mit Kommandos und Rufname, basierend auf Konsequenz, Lob und Vertrauen. Es folgt die jagdliche Ausbildung mit Gehorsam, Apportieren, Schussfestigkeit und je nach Rasse Vorstehen, Stöbern oder Schweißarbeit.
- Jagdhundeausbildung beginnt mit der Geburt
- Klassische Erziehung (Kommandos, Rufname) beginnt mit der Abgabe des Welpen (ca. 8. Woche)
- Grundlagen werden in den Entwicklungsphasen ausgebildet
Erziehungsgrundsätze
- Konsequenz
- Lob
- Sozialisierung durch Zuneigung und Vertrauen
- Fließende Übergänge der Ausbildung
- Das Wesen eines Hundes ist die Gesamtheit der angewölften und erworbenen Verhaltensweisen eines Hundes.
- Prägungsphase entscheidend für die Entwicklung des Wesens
Wesensfestigkeit
- Ausgewogenheit und Gelassenheit des Hundes bei ungewöhnlichen Ereignissen
- Standruhe: Ruhiges Verhalten des Hundes beim Führer trotz jagdlichen Einsatzes
Wesensschwäche
- Reizbarkeit und Überreaktion bei ungewöhnlichen Ereignissen
- Beispiele
- Bissigkeit, Angstbeißen
- Gewitter-
/Schussscheue - Wildscheue
Abrichtung
- Definition: Ausbildung des Jagdgebrauchshundes
- Grundlage ist der Gehorsam
/Appell
Führigkeit
- Definition: Bereitschaft des Hundes mit seinem Führer in Kontakt zu sein
- Blickkontakt durch den Hund (z.B. beim An- und Ableinen)
- Kontakt wird auch auf Distanz gesucht
Gehorsam
- Definition: Bereitschaft des Hundes, sich dem Kommando des Führers zu unterwerfen
- Muss erarbeitet werden, da Interessen von Hund und Führer sich häufig unterscheiden
- Einsilbige Kommandos
- Immer gleiche Kommandos
- Genaue Befolgung beobachten
- Kommandos einzeln (nicht als Teil eines Satzes)
Lob
- Bei Gehorsam
- Beispiele
- Freundlicher Ton
- Streicheln
- Belohnung
Bestrafung
- Unmittelbar beim Ungehorsam
- Keinesfalls Schlagen mit Leine oder Hand!
- Beispiele
- Scharfer Ton (Pfui)
- Leinendruck
Halsbänder
- "Einfache" Halsbänder: Bei der Bau-, Wasserjagd, der Hetze und beim Stöbern besteht durch Halsbänder eine Verletzungsgefahr, sodass diese zuvor abgenommen werden müssen.
- Zughalsung: Halsband, das bei Zug enger wird
- Erlaubt, wenn eine Zugstopp-Funktion enthalten ist.
- Stachelhalsung
/ Korallenhalsung: Verboten - Elektroimpulsgerät/Teletaktgerät: Abgabe von Elektroimpulse auf Knopfdruck des Hundführers (verboten)
Leinen
- Pirschleine: Aufgrund ihrer Beschaffenheit gerschäuschlos. Hund ist nah beim Hundeführer.
- Feldleine: Lange, leichte Leine (z.B. für Training von Quersuche oder Vorstehen)
Weitere Hilfsmittel
Apportier-Dummys
Apportier-Dummys gibt es in vielen verschiedenen Varianten und Gewichten. Die Wahl des Dummys für das Apportiertraining hängt von der Hunderasse und der Größe des Hundes ab.
- Beginn mit der Sozalisierungsphase (8. Woche)
- Übungen zunächst an der Leine
- Übungen zunächst ohne Ablenkungen
Kommandos
- „Sitz“
- „Halt“
/ „Down“ → Trillerpfiff - Niederlegen mit dem Kopf zwischen den Beinen
- Dient der Unterordnung des Hundes
- „Platz“
/ „ Ablegen“ - Niederlegen und Ausharren des Hundes an einer befohlenen Stelle
- Im Anschluss Abholen vom Ablegeplatz
- „Fuß“
Leinenführigkeit
- Kommando: „Fuß“
/ „Bei Fuß“ - Ausführung
- Links vom Führer
- Kopf auf Kniehöhe
- Hindernisse überspringen
- Setzen beim Halten
- Frei (ohne Leine) bei Fuß entwickelt sich aus guter Leinenführigkeit
Schussscheue
- Wesensschwäche des Hundes, welche bei Schussabgabe zur panischen Flucht führt
- Aufsuche vertrauter Personen oder des Autos
- In der Regel keine Rückkehr zum Führer
- Jagdlich ungeeignet
Schussempfindlichkeit
- Schussabgabe führt zum Abbruch der Arbeit
- Aufsuche des Führers
- Fortführung der Arbeit je nach Stärke der Schussempfindlichkeit möglich
Schusshitze
- Unerwünschtes Verhalten des Jagdhundes, wenn er direkt nach der Schussabgabe dem Wild hinterherjagt und den Gehorsam verliert
- Schuss wird mit erlegtem Wild verknüpft
- Ursächlich häufig geringer Grundgehorsam
- Jagdlich ungeeignet