Jagdhundeprüfungen weisen die jagdliche Brauchbarkeit eines Hundes nach und sind die Grundlage für jeden Jagdgebrauchshund. Sie gliedern sich in Anlagenprüfungen, die natürliche Veranlagungen wie Nase und Vorstehen testen, Brauchbarkeitsprüfungen mit den gesetzlichen Mindestanforderungen und vielseitige Leistungsprüfungen bis zur Vollgebrauchsprüfung. In Deutschland organisiert das Prüfungswesen der Jagdgebrauchshundeverband (JGHV), in Österreich der ÖJGV. Die Brauchbarkeitsanforderungen regelt jedes Bundesland eigenständig.
Das Prüfungswesen für Jagdhunde ist das Fundament eines Jagdgebrauchshundes. Während ein Jagdhund nur eine züchterische Rasse ist, ermöglichen Jagdhundeprüfungen die Feststellung der Leistungsfähigkeit eines Jagdgebrauchshundes. Die Basis bilden die Jagdeignungs- oder Brauchbarkeitsprüfungen zur Feststellung von gewissen Mindestanforderungen. Hierauf bauen die Leistungsprüfungen auf, welche auf Vielseitigkeit und spezielle Jagdarten prüfen. Je nach Rasse werden auch Prüfungen unterschiedlicher Zuchten wie z. B. der Vorstehhunde durchgeführt.
Jagdgebrauchshundeverband (JGHV)
- Dachorganisation des deutschen Jagdhundewesens
- Eintragung von Hunden mit Prüfungsnachweisen im Deutschen Gebrauchshundestammbuch (DGStB)
- Sperlingshund: Markentier des JGHV. Ein Deutsch Kurzhaar, der einen Fuchs apportiert.
Mitglieder
Zuchtvereine
- Geplante Zucht von Hunden
- Eintragung von Hunden in das Zuchtbuch
Prüfungsvereine
- Nachweis brauchbarer Jagdhunde
- Prüfungen (insbesondere der JGHV)
Prüfungsarten
- Brauchbarkeitsprüfungen: Erfüllung von Mindestanforderungen zur jagdlichen Brauchbarkeit nach Jagdgesetz
- Leistungsprüfungen: Prüfung von Bestandteilen der Jagdausübung
- Im praktischem Jagdbetrieb
- In simulierten Situationen
- Zuchtprüfungen: Prüfungen angepasst an spezielle Rassen (z.B. Vorstehhunde)
Allgemeines
- Synonym: Jagdeignungsprüfung (JEP), Brauchbarkeitsprüfung (BP)
- Feststellung der jagdlichen Brauchbarkeit nach Jagdgesetz → Erfüllung von Mindestanforderungen
- Zulassung nur von durch den Jagdgebrauchshundeverband (JGHV) anerkannten Jagdhunderassen (je nach Länderregelung auch Hunde ohne Papiere, die dem Phänotyp einer anerkannten Jagdhunderasse entsprechen)
- Veranstalter: Landesjagdverbände und Kreisjägerschaften
- Auftrag durch die Unteren Jagdbehörden
- Insbesondere Arbeit nach dem Schuss
Prüfungsfächer
Die Prüfungsordnungen für die Brauchbarkeitsprüfung unterscheiden sich in den verschiedenen Bundesländern. Die folgenden Punkt geben eine Richtung vor, können jedoch nicht die Prüfungsordnung in jedem Bundesland abbilden. Am besten schaust du dir die Prüfungsordnung in deinem Bundesland an.
- Gehorsam
- Allgemeiner Gehorsam/Appell: Folge leisten des Hundes auf Pfiff, Zuruf oder Zeichen.
- Schussfestigkeit
- Verhalten auf dem Stand
- Leinenführigkeit
- Schweißarbeit
/Fährtenarbeit - Verlorenbringen
- Wasserarbeit
Versagen der Brauchbarkeit
- Anschneider
- Nichtfinden des geschleppten Wildes
- Schussscheue
- Zweck: Feststellung der Brauchbarkeit für vielseitige Jagd
- Es gibt Spezialprüfungen für Erdhunde und Schweißhunde.
- Meisterprüfung der Jagdhunde (insbesondere Vorstehhunde)
- Der Hundeführer muss im Besitz eines Jagdscheins sein.
- Folgende Eigenschaften von Jagdhunden sind für die Jagdpraxis unbrauchbar und führen zum nicht bestehen der VGP:
Prüfungsfächer
- Gehorsam
- Waldarbeit
- Feldarbeit: Aufgaben des Jagdhundes im offenen Gelände wie Suche, Vorstehen, Spurarbeiten und Apportieren
- Wasserarbeit
- Brauchbarkeitsprüfung für vielseitige Jagd
- Schwerpunkte
- Arbeit „nach dem Schuss“
- Gehorsam
- Leistungsprüfung und Ergänzungsprüfung
- Frei für alle Jagdhunderassen
- Voraussetzungen
- Mindestalter 24 Monate
- Zuchtbucheintrag
Prüfung
- Schalenwild
- Kunstfährte ≥1000 m
- ¼ Liter Schalenwildschweiß
- Im Wald
- 3 Haken mit rechtem Winkel und 2 Wundbetten
- Stehzeit: 20 Stunden oder 40 Stunden
- Verlorenbringen auf Wundspur → natürlich bei praktischer Jagdausübung
- Wundspur von Fuchs oder Hase
- Länge ≥300 m
- Wildschärfe bei praktischer Jagdausübung
- Gehorsamsnachweis am Hasen im freien Feld
- Hund ist gehorsam und hetzt nicht hinterher
- Der Hund muss auf Zeichen des Hundeführers vom Verfolgen abhalten lassen → Beispiel: Halt
/Down - Hund muss min. 20 m vom Hundeführer entfernt sein
- Anschließende Spurarbeit am selben Hasen, der dazu außer Sicht sein muss
- Arbeiten der Hasenspur muss mindestens mit der Note "gut" bewertet werden, um zu bestehen
- Prüfung durch den Zuchtverein
- Prüfung von rassetypischen Eigenschaften
- körperliche Merkmale und Wesensmerkmale
- Anlagen des Hundes
Übersicht
- Anlagenprüfung
- Speziell für Vorstehhunde
- Durchführung im Frühjahr
- Zulassung von Hunden, die im Vorjahr (oder drei Monate zuvor) gewölft wurden
- Derby: Spezielle Frühjahrs-Zuchtprüfung des Deutsch-Kurzhaar-Verbandes
Körperliche Untersuchung
- Gebiss – Gewünscht ist ein Scherengebiss
- Augen
- Hoden (bei Rüden)
Prüfungsfächer
- Führigkeit
- Spurarbeit
- Nase
- Suche
- Vorstehen
- Schussfestigkeit
- Erweiterte Anlageprüfung
- Bestehen bescheinigt nicht die Brauchbarkeit
- Brauchbarkeit kann durch Zusatzprüfung erlangt werden
- Speziell für Vorstehhunde
- Durchführung im Herbst
- Zulassung von Hunden die im Vorjahr (oder drei Monate zuvor) gewölft wurden
- Hunde im 1. Feld (2. Lebensjahr, also 12 bis 24 Monate)
- Solms: Spezielle Herbst-Zuchtprüfung des Deutsch-Kurzhaar-Verbandes
Prüfungsfächer
- Natürliche Anlagen (wie VJP)
- Nase
- Suche
- Haarwildschleppe(≥ 300 m)
- Federwildschleppe (≥ 200 m)
- Vorstehen
- Gehorsam
- Arbeitsfreude
- Apportieren
- Verlorenbringen
- Wasserarbeit – Verlorensuche im deckungsreichen Gewässer