Die Wildbrethygiene in der Praxis umfasst alle Schritte vom Aufbrechen bis zur sauberen Wildkammer und ist Kernkompetenz jedes Jägers. Beim Aufbrechen wird das Wild mit dem Haupt nach unten aufgehängt; nacheinander werden Drossel und Luftröhre, Geschlechtsorgane, Bauchhöhle und Brustkorb geöffnet, das Schloss geringelt und die Organe entnommen. Dabei prüft der Jäger auf bedenkliche Merkmale und entnimmt bei Schwarzwild eine Trichinenprobe. Abschließend wird der Wildkörper mit Trinkwasser gespült und gekühlt.
- Vorbereitung
- Handschuhe anziehen
- Wild aufhängen (Haupt nach unten)
- Aufschärfen
/Abschärfen - Drossel
/Luftröhre/Speiseröhre/Lecker - Geschlechtsorgane (z.B. Spinne, Brunftrute ...)
- Öffnen der Bauchhöhle
- Öffnen des Brustkorbs
- Schloss Öffnen oder Ringeln → Enddarm lösen
- Organe entnehmen
- Besonderheiten
- Untersuchung auf bedenkliche Merkmale
- Ggf. Entnahme von Proben (z.B. Trichinen)
- Nachbereitung
- Wildkörper mit Trinkwasser spülen
- Kühlkammer
- Hände waschen
- Wildursprungsschein ausfüllen
Gallenblase
- Vorhanden bei allem Haarwild außer Geweihträgern
- Bei Schalenwild vorhanden bei Schwarzwild und Hornträgern
- Nicht die Gallenblase verletzen (hängt an der Leber)
Aufbrechen des Schlosses
- Ziel ist das Herauslösen des Weiddarms
- Alternativ kann das Stück geringelt werden
- Ringeln: Arbeitsmethode beim Aufbrechen von Wild bei der das Weidloch von außen mit dem Messer geringelt wird, um das Aufbrechen des Schlosses zu umgehen. Der Weiddarm wird so herausgelöst und kann in die Bauchhöhle gezogen werden.
- Vorsicht beim Aufbrechen des Schlosses → Verletzung der Blase und des Darms möglich
Männliches Schalenwild
- Brunftrute
/Pinsel großzügig abschärfen - Vollständiges Entfernen der Brunftkugeln
- Abschärfen am Becken
Verbesserung des Ausblutens
- Aufschärfen der Brandadern
- Brandadern: Venen an der Innenseite der Keulen bei Schalenwild
- Hängende Lagerung
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