Stockente cover

Stockente

Letzte Aktualisierung: 08.10.2021

Zusammenfassung

Die Stockente ist die bekannteste und häufigste Entenart und gilt als überaus anpassungsfähig. Sie lebt auf vielen verschiedenen Gewässern und ist auch in der Stadt heimisch. Der Erpel hat ein charakteristisches Prachtkleid und ist während der Sturzmauser im Sommer flugunfähig, während beim Federkleid der weiblichen Ente Brauntöne dominieren und die Mauser langsamer verläuft. Die Stockente gehört zu den Schwimmenten, die ihre Nahrung gründelnd mit dem Kopf unter Wasser finden. Die Paarungszeit wird als Reihzeit bezeichnet. Kreuzungen mit Hausenten sind häufig.


Allgemeine Merkmale

Die Stockente wird zur Erarbeitung der Gemeinsamkeiten der Entenvögel und aufgrund der jagdlichen Relevanz ausführlich abgehandelt. Die weiteren Entenarten bauen auf diesem Artikel auf.

Allgemeines

  • Die Stockente ist die häufigste heimische Entenart.
  • Sie ist die Stammform der Hausente.

Begriffe

  • Synonym: Märzente
  • Erpel: Männliche Ente
  • Ente: Weibliche Ente

Aussehen

Federkleid

Erpel (im Brutkleid)♀ Ente
Körper
  • Graubraun
  • Braun gefleckt
Spiegel
  • Blau
  • Blau
Schnabel
  • Gelb
  • Orange bis bräunlich
Besonderheiten
  • Grüner Kopf
  • Weißer Halsring
  • Braune Brust
AbbildungStockentenerpelStockentenweibchen
  • Meist strenger Geschlechtsdimorphismus
  • Der Erpel im Schlichtkleid ähnelt der Ente, hat jedoch einen dunkleren Kopf.
    • Das Schlichtkleid trägt er von etwa Juni bis Oktober
    • Der Schnabel ist das sicherste Unterscheidungsmerkmal zur Ente.´

Stockentenerpel im Schlichtkleid

Mauser

Die Mauser des Stockentenerpels verläuft über das Jahr verteilt. Das Großgefieder wird im Juli/August gemausert. In dieser Zeit ist der Stockentenerpel flugunfähig.

Die Mauser des Kleingefieders findet im Frühjahr und Herbst statt, sodass der Erpel den Sommer im Schlichtkleid verbringt und pünktlich zur Verlobung im Oktober wieder sein Prachtkleid trägt.

  • Erpel
    • Großgefiedermauser (Sturzmauser) im Juni/Juli Flugunfähigkeit
    • Kleingefiedermauser im Frühjahr und Herbst (Sommer im Schlichtkleid)
  • ♀ Ente: Langsamere Mauser im August → Flugbehinderung

Körperteile

Körperteile der Stockente
  • Spiegel: Farbiger Querstreifen auf den Flügeln von Enten
  • Latschen: Füße der Enten
    • Orange-rot bei adulten Stockenten
    • Fahlgelb bei juvenilen Stockenten (im 1. Lebensjahr)

Ernährung

Allgemeines

  • Ernährungstyp: Allesfresser

Nahrung

  • Pflanzliche Nahrung → Gründeln
  • Insekten, Würmer, Kleinfische, Laich
  • Gras (Weiden auf Wiesen)
Stockenten beim Gründeln

Lebensraum und Lebensweise

Vorkommen

  • Die Stockente ist sehr anpassungsfähig bei der Wahl ihres Biotops.
  • Biotoptyp
    • Verschilfte Fließ- und Stillgewässer
    • Parkgewässer
    • Reichlich Uferdeckung, Schilfgürtel
  • Deutschland: Flächendeckend, inklusive Großstädte

Hegemaßnahmen

  • Schaffung von Deckung
  • Schaffung von Brut- und Mausergebieten
    • Bruthütten oder Brutkörbe
  • Einhaltung von Ruhezonen
  • Bekämpfung der Wanderratte

Verhalten

Fressfeinde

Vergleich von Schwimmenten und Tauchenten

SchwimmenteTauchente
Gewässertyp
  • Flachwasser
  • Größere Gewässer
  • Meer
Nahrungssuche
  • Gründelnd
  • Tauchend
Schwimmlage
  • Tief
  • Stoß teils unter Wasser
Aufstehen
  • Sofort in die Luft
  • Läuft über das Wasser an

Beispiele

  1. Stockente
  2. Spießente
  3. Schnatterente
  4. Krickente
  5. Knäkente
  6. Löffelente
  7. Pfeifente
  1. Kolbenente
  2. Tafelente
  3. Reiherente
  4. Bergente
  5. Moorente
  6. Schellente

Meeresenten

  1. Eisente
  2. Samtente
  3. Trauerente
  4. Eiderente
Heimische Brutvögel

Stockente, Spießente, Schnatterente, Krickente, Knäkente, Löffelente

Tafelente, Reiherente, Kolbenente

WintergästePfeifente

Bergente, Schellente, alle Meeresenten (Eiderente, Eisente, Samtente, Trauerente)


Fortpflanzung

Paarungszeit: Reihzeit

  • Verlobung im Oktober (Herbst)
  • Reihzeit: Paarungszeit der Wildenten
    • Januar bis März
    • Beim Reihen verfolgen zum Beginn der Reihzeit mehrere Erpel eine Ente zu Wasser oder im Flug. Die Erpelreihen sich dabei hinter der Ente, woher der Name stammt.
  • Monogam (Halbjahresehe/Saisonehe)
  • Häufige Kreuzungen mit Hausenten → Farbabweichungen
Kampf zweier Stockerpel während der Reihzeit

Brutverhalten

  • Bodenbrüter, teils auch erhöht auf Baumstümpfen („Stockente“)
  • Gelegegröße: 8 – 14 Eier
    • Das Gelege wird beim Verlassen zum Schutz abgedeckt.
  • Brutdauer: ca. 3 ½ Wochen
  • Brutzeit: März bis Juni
  • Nestflüchter
    • Küken schlüpfen bedunt, sehend und schwimmfähig
  • Der Erpel ist an der Aufzucht nicht beteiligt.
  • Flugfähig nach ca. 8 Wochen (2 Monaten)
Gelege von Stockenten
Stockente mit Küken

Waidmannssprache

WaidmannsspracheLaiensprache
ReihzeitPaarungszeit bei Enten
SchofEntenfamilie mit den Jungen
Flugmehrere Schofe bei Enten
Scharmehrere Flüge zusammen bei Enten
GründelnNahrungssuche von Schwimmenten unter Wasser
RaueFederwechsel bei Enten
Rauerpel, MausererpelErpel im Federwechsel
WeidenNahrungsaufnahme auf Wiesen bei Enten