Waidgerechtigkeit ist die Summe der geschriebenen und ungeschriebenen Regeln für eine fachgerechte Jagdausübung. Sie ist gesetzlich vorgeschrieben und damit mehr als nur eine persönliche Einstellung – sie ist Pflicht.
Die moderne Waidgerechtigkeit ruht auf 3 Säulen:
- Tierschutz: Verantwortung für das Tier - Du siehst das Wildtier als Mitgeschöpf. Dein oberstes Gebot ist es, vermeidbares Leid zu verhindern.
- Sicherer Schuss: Du schießt nur, wenn du das Wild zweifelsfrei angesprochen hast und einen sofort tödlichen Schuss antragen kannst.
- Nachsuche: Eine Nachsuche bei unklaren Schusszeichen ist eine unbedingte Pflicht, um verletztes Wild schnellstmöglich zu erlösen.
- Respekt: Du behandelst das erlegte Wild stets mit Achtung.
- Umweltschutz: Verantwortung für den Lebensraum - Du verstehst dich als Teil des Ökosystems und handelst entsprechend. Dein jagdliches Handeln zielt immer darauf ab, die Lebensgrundlagen des Wildes zu erhalten und zu verbessern.
- Nachhaltige Bejagung: Deine Abschussplanung orientiert sich an der Tragfähigkeit des Lebensraums und der Sozialstruktur der Wildpopulation.
- Hege als Lebensraumgestaltung: Du schaffst und pflegst Biotope, anstatt nur an die Fütterung zu denken.
- Ganzheitlicher Blick: Du siehst nicht nur das einzelne Tier, sondern die komplexen Zusammenhänge zwischen Wald, Feld und Wild.
- Mitmenschlichkeit: Deine Verantwortung gegenüber der Gesellschaft - Du repräsentierst die gesamte Jägerschaft. Dein Verhalten entscheidet mit über das Ansehen und die Akzeptanz der Jagd in der Öffentlichkeit.
- Vorbildliches Verhalten: Du trittst gegenüber anderen Jägern, Grundeigentümern und der nicht-jagenden Bevölkerung respektvoll und anständig auf.
- Transparenz: Du bist bereit, dein Handeln sachlich zu erklären und für die Jagd zu werben.
- Selbstbeschränkung: Du tust nicht alles, was das Gesetz erlaubt, sondern nur das, was dein Gewissen als Waidmann zulässt.